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9 Die Rote Kapelle    
 

Schon in den dreißiger Jahren entstehen um den Berliner Oberregierungsrat Arvid Harnack und den Mitarbeiter des Reichsluftfahrtministeriums Harro Schulze-Boysen Widerstandskreise, denen sich später mehr als 100 Gegner des Nationalsozialismus ganz unterschiedlicher sozialer Herkunft und weltanschaulicher Traditionen anschließen. Hieraus entsteht 1941/42 eine der größten deutschen Widerstandsgruppen. Die Methoden ihres Kampfes gegen den Nationalsozialismus sind vielfältig. Sie helfen Verfolgten und wenden sich in Flugschriften und Klebezetteln an die Öffentlichkeit.

Anfang 1941 kommt es zu mehreren Treffen von Harnack und Schulze-Boysen mit sowjetischen Diplomaten. Durch die Verbindung mit der Sowjetunion hoffen sie, auf die Entwicklung Deutschlands in der Zeit nach dem Ende der NS-Herrschaft Einfluss zu nehmen und so die Eigenstaatlichkeit Deutschlands zu sichern. Die Bereitschaft der Gruppe, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion militärisch wichtige Nachrichten über Funk nach Moskau weiterzugeben, scheitert an technischen Problemen. Seit Februar 1942 verbreitet sie Flugschriften über nationalsozialistische Gewaltverbrechen und die militärischen Probleme an der Ostfront.

Im Sommer 1942 deckt die Gestapo die Widerstandsorganisation um Harnack und Schulze-Boysen auf; im Dezember 1942 fällt das Reichskriegsgericht die ersten Todesurteile. Um die Angehörigen dieser Gruppe einen möglichst schmählichen Tod sterben zu lassen, wird in Plötzensee ein Galgen mit acht Haken errichtet. Am 22. Dezember 1942 werden hier zwischen 19.00 und 20.33 Uhr fünf Männer durch den Strang, drei Frauen und drei Männer der Gruppe durch das Fallbeil ermordet. Am 13. Mai 1943 vollstrecken die Henker zwischen 19.00 und 19.36 Uhr weitere 13 Todesurteile. Am 5. August 1943 werden zwischen 19.00 und 20.00 Uhr weitere 19 Frauen und Männer der Gruppe in Plötzensee ermordet.









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