Josef Bouček

1. September 1912, Jasena (Jasenná) – 28. April 1943
Josef Bouček

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Josef Bouček, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-518-24

Josef Bouček erlernt nach der Volksschule das Tischler­handwerk und arbeitet zuletzt als Tischlergeselle in einer Firma in Chotzen (Choceň).
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht gewinnt ihn sein Kollege Augustin Pražák im Sommer 1941 für die Mitarbeit in der Kom­munistischen Partei der Tschechoslowakei (KPČ). Die seit 1938 verbo­tene Partei hat ihre Tätigkeit vielerorts illegal wieder­auf­genommen.
Er wirbt Josef Bíca und einen weiteren Bekannten, fun­giert als Verbindungsmann und übernimmt Ende 1941 von Pražák die Leitung der gewerk­schaftlichen Organi­sation. Zudem kassiert er Mitglieds­beiträge, sorgt für die Verbreitung von Flug­schriften und beherbergt den Kreisinstrukteur Josef Kovář bei dessen Aufenthalt in Chotzen.
Nach seiner Festnahme Ende Februar 1942 wird Josef Bouček am 7. Dezember 1942 vom „Volksge­richts­hof” zusammen mit Augustin Pražák, Josef Bíca und Jaroslav Mikulecký wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung” zum Tode ver­urteilt. Alle vier werden am 28. April 1943 in Plöt­z­ensee ermordet.
Alois Aubrecht und zwei weitere zunächst zu Zucht­haus­strafen verurteilte Angeklagte erhalten am 16. Juni 1943 ein Todesurteil. Sie werden am 8. September 1943 wäh­rend der soge­nann­ten Blutnächte in Plötzensee ermor­det.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksge­richtshofs” gegen Augustin Pražák und andere vom 23. September 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-518-1a

Urteil des „Volksge­richtshofs” gegen Augustin Pražák und andere vom 7. Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-518-1a

Bekanntmachung der Hinrichtung von Josef Bouček und anderen, plakatiert 1943 in Chotzen

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-518-16

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