Gustav Dräger

20. September 1902, Dankelshausen, Kreis Göttingen – 10. Juni 1943
Gustav Dräger

Passfoto von Gustav Dräger

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 104

Gustav Dräger verlässt die Volks­schule ohne Abschluss und ist als Land­arbeiter und auf dem Bau tätig. Zeitweise ist er arbeits- und obdachlos. Seit 1925 wird er mehrfach wegen Diebstählen, vor allem von Lebens­mitteln und Kleidung, aber auch wegen „Land­streicherei” und „Nicht­beschaffung einer Unter­kunft” verurteilt.
Am 13. April 1942 wird er in Potsdam als kriegsver­wendungs­fähig gemustert. Er verlässt anschließend jedoch seine Arbeits­stelle im branden­burgischen Rehagen und geht nach Berlin, wo er in einer Markt­halle Beschäftigung findet. Hier stiehlt er Lebens­mittel, die er teilweise weiterverkauft.
Gustav Dräger wird am 18. Mai 1942 festge­nommen und nach § 5 der „Kriegs­sonder­strafrechts­verordnung” angeklagt, da er sich der Erfüllung des Wehrdienstes zu entziehen versucht habe. Die Lebens­mittel­diebstähle werden zunächst in einem gesonderten Verfahren angeklagt.
Das Reichs­justizminis­terium weist den General­staats­anwalt beim Landgericht Berlin jedoch an, die beiden Tatbestände in einem Verfahren zu verbinden und betont, dass man die Todes­strafe für Dräger als „gemein­schafts­schädlichen Verbrecher” erwarte.
Das Sondergericht V beim Land­gericht Berlin fällt am 27. April 1943 das Todes­urteil gegen Gustav Dräger. Er wird am 10. Juni 1943 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Gustav Dräger

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 104

Schreiben des Reichsministers der Justiz an den Generalstaatsanwalt beim Kammergericht Berlin, 26. Juni 1942

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 104/1

Tenor des Todesurteils gegen Gustav Dräger, 3. Mai 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 104

Sterbeurkunde von Gustav Dräger vom 11. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück