Renate von Natzmer

9. Juni 1898, Borkow – 18. Februar 1935
Die Tochter des aus Breslau stammenden schlesischen Großgrundbesitzers Hans Friedrich von Natzmer und seiner Frau Gabriele Marie von Küster wächst auf dem elterlichen Gut auf. Nach einer Zwischenstation im Adelsstift in Heiligengrabe in der Prignitz arbeitet sie in Berlin als Hilfsschwester, später besucht sie noch die Kunstgewerbeschule.
Von 1924 bis 1926 ist sie mit dem Ingenieur Kurt Bodewig verheiratet. Einer ihrer Brüder hinterlässt nach seinem Tod hohe Schulden, weshalb das elterliche Gut zwangsversteigert wird und Renate von Natzmer sich nun alleine um den kranken Vater kümmern muss.
Ab Oktober 1926 arbeitet Renate von Natzmer im Reichswehrministerium. Ihre Bekannte Benita von Falkenhayn wirbt sie für den polnischen militärischen Nachrichtendienst zur Zusammenarbeit.
Sie besorgt von Oktober 1928 bis Oktober 1933 geheime militärische Dokumente aus dem Reichswehrminis­terium. Am 30. April 1934 wird sie festgenommen und am 16. Februar 1935 gemeinsam mit Benita von Falkenhayn vom Volksgerichtshof wegen „Landesverrats“ zum Tode verurteilt und am 18. Februar 1935 in Plötzensee mit dem Handbeil ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Renate von Natzmer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Auszug aus dem Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Benita von Falkenhayn, Renate von Natzmer, Irene von Jena und Georg von Sosnowski, 16. Februar 1935

Bundesarchiv R 3017/110

Schreiben des Oberreichsanwalts zur Vorbereitung der Vollstreckung des Todesurteils gegen Renate von Natzmer und Benita von Falkenhayn, 16. Februar 1935

Landesarchiv Berlin C Rep 375-01-11 Nr.5313 A.01

Wunsch Renate von Natzmers, nach der Hinrichtung nicht seziert zu werden, 17. Februar 1935

Landesarchiv Berlin C Rep 375-01-11 Nr.5313 A.01

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