Gertrude Račaitė

7. Juli 1921, Kaunas – 18. September 1942
Die im litauischen Kaunas geborenen Gertrude Račaitė lebt seit der Trennung der Eltern 1930 mit ihrer Mutter, der Zahn­ärztin Adele Račienė, in Berlin-Schöne­berg. Bis 1936 besucht sie ihren Vater regel­mäßig in Moskau. Im Oktober 1940 beginnt sie ein Studium der Zeitungs­wissen­schaften an der Berliner Univer­sität.
Nach der sowje­tischen Beset­zung Litauens bean­tragen Mutter und Tochter die sowje­tische Staats­bürger­schaft in der Hoffnung, auf diese Weise als „jüdische Mischlinge” der Verfol­gung in Deutsch­land entkom­men zu können.
Gertrude Račaitė trifft in der Mensa der Berliner Uni­ver­sität einen jungen Mann, der angeblich der ukra­inisch-litau­ischen Freiheits­bewegung ange­hört, tat­säch­lich jedoch für den sowje­tischen Geheim­dienst arbeitet. Er bemüht sich, über Gertrude Račaitė sein Agenten­netz­werk zu erweitern.
Als „Anwer­bungs­agentin” wird sie selbständig aktiv und „rekrutiert” unter anderem einen ihrer Lehrer aus den Abend­kursen, in denen sie sich auf ihr Studium vorbe­reitet. Johann Mohr hat frühere Verbin­dungen zur deutschen Abwehr und ist Geheim­nis­träger des deutschen Nach­richten­dienstes.
Am 22. Juni 1942 werden Gertrude Racaite und Johann Mohr festge­nommen. Ein Jahr später, am 2. Juni 1942, verur­teilt der „Volks­gerichts­hof” Racaite wegen „Landes­verrats” zum Tode. Auch Johann Mohr erhält ein Todes­urteil.
Gertrude Račaitė und Johann Mohr werden am 18. September 1942 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Gertrude Račaitė

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Mohr und Gertrude Račaitė, 2. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/12965

Sterbeurkunde von Gertrude Račaitė vom 18. September 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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