Zdeněk Schmoranz

27. Juli 1896, Chrudim – 19. August 1942
Zdeněk Schmoranz

Porträt von Zdeněk Schmoranz

Nationalmuseum Prag (Národní muzeum)

Der Sohn eines akademischen Malers arbeitet nach seinem Chemie­studium in Prag zunächst als Chemiker und ab 1922 als Schrift­leiter beim Prager Topič-Verlag und später als Auslands­korrespon­dent der Nach­richten­agentur ČTK. Seit 1924 ist er Mit­glied der Agrar­partei.
1931 wird er Ober­sektionsrat im Minister­präsidium, 1934 übernimmt er die Leitung der Pressestelle. 1936 wird er zum Ministe­rialrat berufen.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht baut Zdeněk Schmoranz im Frühjahr 1939 ein Nachrichten­netzwerk aus ehemaligen Nach­richten­offizieren auf, indem er die 38 zu besetzenden „Presse­referenten­stellen” im „Protektorat” – de facto Presse­zensoren – mit diesen besetzt und zusammen mit Osvald Svoboda und Josef Vais entspre­chend schult.
Das Netzwerk, später bekannt als Schmoranz-Gruppe, sammelt ab Ende Juni 1939 Nach­richten­material insbe­sondere über die deutschen Streit­kräfte. Schmoranz gibt diese Informationen an ehemalige Analysten des Militär­geheim­dienstes sowie über die Militär­organi­sation Obra­na Národa (ON – Vertei­digung der Nation) nach London weiter.
Am 25. August 1939 werden er und Osvald Svoboda in Zlín festge­nommen. Der „Volks­gerichtshof” verurteilt sie am 13. November 1941 wegen „landes­verräte­rischer Aus­spähung und Vorbe­reitung zum Hochverrat” zusammen mit Josef Vais zum Tode. Er wird am 19. August 1942 in Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Zdeněk Schmoranz

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Zdeněk Schmoranz und andere, undatiert

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-61-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Zdeněk Schmoranz und andere vom 13. November 1941

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-61-1

Sterbeurkunde von Zdeněk Schmoranz vom 19. August 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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