Antonín František Slavík

20. Januar 1893, Prag – 27. Oktober 1942
Antonín František Slavík

Antonín František Slavík

Archiv des Tschechischen Rundfunks Prag

Der Sohn eines Monteurs ist ab 1918 Offizier in einer Telegraphen­truppe der Tschechoslo­wakischen Armee, 1925 wird er technischer Leiter des Rund­funks in Brünn (Brno) und 1928 Direktor der dortigen Rund­funkgesell­schaft. Unter seiner Leitung wird auch eine deutsch­sprachige Sendung für die deutsche Minder­heit in Brünn produziert und ausgestrahlt. Antonin František Slavík ist ausgebil­deter Ingenieur, beherrscht mehrere Sprachen und studiert ab 1926 Geistes­wissen­schaften.
Nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht schließt er sich im Mai 1939 der zivilen Wider­standsgrup­pe Politische Zentrale (PÚ – Politické ústředí) an, die wenig später mit der Militär­gruppe Obra­na Národa (ON – Vertei­digung der Nation) fusio­niert. Antonín František Slavík wird Kreisleiter von Brünn-Stadt und führt unter seinen Ange­stellten eine karitative Spenden­sammlung durch, die der Organi­sation zugute kommt.
Die „Intelligenz- oder Profes­soren­gruppe” wird enttarnt und der Vater zweier Kinder Mitte Dezember 1939 fest­genommen. Am 9. Juni 1942 verurteilt der „Volksge­richts­hof” ihn zusammen mit Professor Jan Uher und drei weiteren Ange­klagten wegen „Vor­bereitung zum Hoch­verrat” zum Tode.
Die Todes­urteile werden vor dem Hintergrund des Atten­tats auf den stellver­tretenden „Reichs­protektor” Reinhard Heydrich „aus Gründen der Abschre­ckung” gesprochen. Dieser war am 4. Juni 1942 seinen Verlet­zungen erlegen.
Antonín František Slavík wird am 27. Oktober 1942 in Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Antonín František Slavík

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Jaroš und andere vom 27. Januar 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-350-3

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Jaroš und andere vom 9. Juni 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-201-1

Bekanntmachung der Hinrichtung von Antonín František Slavík und anderen, plakatiert Ende 1942 in Brno

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-350-24

Sterbeurkunde von Antonín František Slavík vom 28. Oktober 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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