Hugo Vávra

30. März 1901, Birkenberg (Březové Hory) – 18. Dezember 1942
Hugo Vávra

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Hugo Vávra, 1940

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. III

Hugo Vávra absolviert die Handels­schule und die Schule für Staats­rechnungs­kunde in Prag und ist anschlie­ßend in der Landes­finanz­direktion tätig. Er ist Mitglied der Tsche­choslowa­kischen Sozial­demo­kratischen Partei (SPČ). 1928 wird er Schrift­leiter der sozial­demokratischen Zei­tung „Právo lidu” und schließlich der Gewerk­schafts­zeitung „Národni práce”. Von 1936 bis 1939 ist er auch als Militär­bericht­erstatter zugelassen.
Nach der Besetzung der böh­mischen Länder durch die Wehr­macht und dem Einzug deutscher Trup­pen wird er von Ende März 1939 bis Anfang Mai 1939 in „Schutz­haft” genommen. Nach seiner Frei­lassung schließt sich Hugo Vávra der geheimen Militär­organi­sation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) an, die auf die Wieder­errichtung der Tschecho­slowakei zielt. Er übermittelt von František Svabík, der in der Prager Gestapo­leitstelle tätig ist, erhaltene Infor­mationen über Strukturen und V-Män­ner weiter an Karel Jaroš, der wiederum mit dem Oberst­leutnant a. D. Josef Balabán in enger Verbin­dung steht.
Am 8. April 1940 wird der verhei­ratete Familien­vater erneut festge­nommen. Zusammen mit František Svabík, Karel Jaroš und sechs wei­teren Angeklagten verurteilt der „Volks­gerichtshof” ihn am 12. Juni 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat und landes­verräte­rischer Feinbe­günstigung” zum Tode. Hugo Vávra wird am 18. Dezember 1942 in Berlin-Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Hugo Vávra

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Karel Jaroš und andere vom 14. Januar 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-352-2

Brief von Hugo Vávra an seine Ehefrau Marie aus dem Untersuchungsgefäng­nis Moabit vom 2. März 1942 mit auszugsweiser Übersetzung

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. II

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Karel Jaroš und andere vom 12. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. IV

Bekanntmachung der Hinrichtung von Hugo Vávra und anderen, plakatiert am Ende Dezember 1942 in Prag

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. IV

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