Paul Arndt

16. Februar 1896, Braubauerschaft/Gelsenkirchen – 30. Juli 1943
Paul Arndt

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Paul Arndt, 1938

Bundesarchiv R 3017/28990

Paul Arndt wird als Sohn einer Berg­arbeiter­familie in Braubauer­schaft geboren. Nach dem Tod des Vaters zieht er mit seiner Mutter nach Ober­schlesien. Er nimmt am Ersten Welt­krieg teil und arbeitet schließlich bei der Reichs­bahn und in verschie­denen ober­schlesischen Betrieben. Ab 1929 lebt er von Gelegen­heits­arbeiten und vom Waren­schmuggel von Polen nach Deutschland.
Seit 1936 hat er Kontakt zum polnischen Nach­richten­dienst und gibt vor allem Informa­tionen über die deutsche Grenz­wacht weiter. Paul Arndt wird am 31. Januar 1939 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Landes­verrats” zu fünf Jahren Zucht­haus verurteilt.
Nach der deutschen Besetzung Polens werden Akten gefunden, aus denen der Umfang der Zusam­men­arbeit Arndts mit dem polnischen Nach­richten­dienst hervorgeht. Das Verfahren gegen ihn wird neu aufgerollt.
Paul Arndt wird am 11. Juni 1943 vom 3. Senat des „Volks­gerichts­hofs” zum Tode verur­teilt. Er wird am 30. Juli 1943 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Paul Arndt

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Arndt Paul

Berlin-Plötzensee, den 16. Juni 1943
Königsdamm 7

Herrn Oberreichsanwalt beim
beim Volksgerichtshof.

Am 11. Juni 1943 wurde ich vom 3. Senat beim Volksgericht wegen Landesverrat zum Tode verurteilt. Ich bereue diese tat sehr, daß ich mich habe verleiten lassen! Ich bitte den Herrn Oberreichsanwalt sehr, mir die Todesstrafe auf einem Gnadenwege zu erlassen.
Ich habe drei münderjährige Kinder die Frau ist gesundheitlich nicht gut gestellt. Durch die verbüßung der Zuchthausstrafe die bis zum 30.6.43 festgesetzt war, habe ich mich aufs beste geführt. Diese Strafe war für mich eine sehr Lehrreiche gewesen, und ich habe mir vorgenommen

nie wieder solche dinge zu machen. Ich bitte den Herrn Oberreichsanwalt sehr, auf meine münderjährige Kinder auch rücksicht nehmen zu wollen, und ihnen daß Leben ihres Vaters auf einem Gnadenwege zu erlassen.

Arndt Paul

Gnadengesuch von Paul Arndt, 16. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/28990

Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Paul Arndt, 30. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/28991

Sterbeurkunde von Paul Arndt vom 31. Juli 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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