Francis Bernard

4. Februar 1921, Harfleur – 25. November 1943
Francis Bernard ist seit Sommer 1941 als franzö­sischer „Zivil­arbeiter” bei der Firma Argus A.G. in Berlin-Reinicken­dorf als Mecha­niker tätig. Im Verhör bei der Berliner Kriminal­polizei äußert er sich sehr deutlich zu den tatsächlichen Umständen seiner Arbeits­aufnahme: „Ich bin nicht frei­willig nach Deutsch­land gekommen, sondern man hat mich gezwun­gen, hier zu arbeiten. Ich versuchte des öfteren, nach Frank­reich zurück­zukommen, doch wurde es mir immer abgelehnt.”
Ab Herbst 1941 geht er nicht mehr zur Arbeit und verkauft gestohlene Lebens­mittel­marken. Dafür wird Francis Bernard im März 1942 vom Sonder­gericht III zu einer 18-monatigen Zucht­haus­strafe verurteilt.
Nach seiner Entlassung aus dem Zucht­haus Luckau im Mai 1943 verkauft er wieder gestohlene Lebens­mittel- und Raucher­karten. Am 8. Novem­ber 1943 verurteilt ihn das Sonder­gericht I bei dem Land­gericht Berlin wegen „Kriegs­wirtschafts­ver­brechens” zum Tode.
Francis Bernard wird am 25. November 1943 im Straf­gefängnis Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Francis Bernard

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 17127

Name des Briefschreibers:
Francis Bernard

Berlin, den 24.8.1943

An den Herrn Staatsanwalt

Herr Staatsanwalt

Seit meiner Ankunft hier wurde ich anders behandelt als die anderen. Als ich nach der Ursache fragte, teilte man mir mit, dass meine Papiere am Rande die Anmerkung trugen: Ausbrecher. Da ich nun aber niemals versucht noch auch nur die Absicht gehabt habe, auszubrechen, habe ich mir erlaubt, Ihnen zu schreiben, um Sie zu bitten, dem abhelfen zu wollen.
Andererseits liegt mir daran, Ihnen folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Deutschland braucht Benzin. Ich bin imstande, einen Treibstoff herzustellen, dessen Selbstkostenpreis verhälntnismässig niedrig ist. Der dazu nötige Rohstoff lässt sich leicht beschaffen.
Gegen meine Rücksendung nach Frankreich bin ich bereit, dieses Verfahren auszuliefern.
Ich hoffe, dass Sie dies freundlich aufnehmen und empfehle mich Ihnen.

gez. F. Bernard

Brief von Francis Bernard aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße, 24. August 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 17127

Urteil des Sondergerichts I bei dem Landgericht Berlin gegen Francis Bernard, 8. November 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 17127

Sterbeurkunde von Francis Bernard vom 26. November 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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