Vladislav Bobák

4. Februar 1912, Ober-Lhota (Horní Lhota) – 12. Juli 1943
Vladislav Bobák

Porträt von Vladislav Bobák

Privatbesitz

Vladislav Bobák wird am 4. Februar 1912 in Ober-Lhota geboren und arbeitet nach dem Schul­besuch als Kellner. Zwischen 1934 und 1937 lässt er sich zum Flugzeug­führer ausbilden, danach arbeitet er wieder als Kellner in einem Restaurant.
Mitte August 1939 wird er von einem ihm bekannten Bord­funker aufgesucht. Dieser schlägt ihm vor, das „Pro­tektorat Böhmen und Mähren” zu verlassen und gemein­sam nach Polen zu gehen, um sich dort als Flieger der für die Wieder­herstellung des tschecho­slowakischen Staates eintretenden Tschechischen Legion anzuschlie­ßen.
Nach dem Grenz­übertritt werden beide von den polni­schen Behörden in ein Sammellager für tschechische Legionäre gebracht. Bobák gerät nach dem Überfall der deutschen Wehr­macht auf Polen Mitte September 1939 in sowjetische Kriegs­gefangen­schaft und wird in ein Lager nach Kamenez-Podolsk gebracht. Dort erklärt sich der Pilot Ende Oktober 1939 bereit, für den sowjetischen Geheim­dienst zu arbeiten. Er erlernt unter anderem die Herstellung von Lichtbild­aufnahmen, die Entwicklung von Filmen sowie das Verschlüsseln von Nach­richten. Mit einem falschen Pass wird er im März 1940 zurück nach Prag geschickt, wo er vom sowjetischen General­konsul weitere Anweisungen erhält.
In Prag und Brünn baut Bobák eine Spionage­organisation auf, die etwa 25 Personen umfasst. Die ange­worbenen Männer und Frauen kundschaften hauptsächlich die Stär­ke und Ausrüstung der einzelnen militärischen Einheiten im „Protektorat” aus, sowie deren Standorte, Truppenver­schie­bungen und die Lage der deutschen Flugplätze.
Vladislav Bobák wird am 6. März 1941 festge­nommen und mit weiteren Angeklagten am 12. November 1942 vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” wegen „Vorberei­tung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Alle zehn zum Tode Verurteilten werden am 12. Juli 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Vladislav Bobák vom 31. Juli 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-467-2

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Vladislav Bobák vom 12. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-467-2

Gutachten des Oberkommandos der Wehrmacht in der Strafsache gegen Vladislav Bobák vom 21. Oktober 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-467-2

Ablehnung des Gnadenerweises für Vladislav Bobák durch die Gestapo Berlin vom 28. Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-467-2

Sterbeurkunde von Vladislav Bobák vom 13. Juli 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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