Johann Böhm

18. Februar 1886, Eger (Cheb) – 20. Mai 1943
Johann Böhm

Porträt von Johann Böhm

Privatbesitz

Johahnn Böhm kommt am 18. Februar 1886 als tsche­choslowakischer Staats­bürger in Eger (Cheb) nahe der tschechisch-deutschen Grenze zur Welt und wird von Beruf Zimmer­mann. Er und seine Familie gehören zur Minder­heit der Sudeten­deutschen. 1919 wird er Mitglied der Deutschen Sozial­demo­kra­tischen Arbeiterpartei (DSAP), 1921 wird er in Gehaag bei Eger erstmalig zum Gemeinde­vertreter gewählt. Seit 1936 gehört er außer­dem der republika­nischen Wehr – der sogenannten Roten Wehr – in Eger an, die als sozial­demokratischer Schutz­verband die Tschecho­slowakische Republik zu verteidigen sucht.
Während des Pilzesammelns im deutschen Grenz­gebiet im Herbst 1934 von tschechischen Gendar­merie­beamten zur Errichtung deutscher Grenzbefes­tigungen befragt, unterstützt er von da an bis 1938 mit regel­mäßigen Berichten die Aufklärungs­arbeit der tschecho­slowaki­schen Streitkräfte. Mitte September 1935 wird er des­halb für vier Wochen festge­nommen. Nach der Annexion des Sudeten­gebiets durch das Deutsche Reich flieht er mit seiner Frau und seinem Sohn nach Prag.
Dort wird er am 6. Oktober 1938 festge­nommen. Er ist zunächst im KZ Dachau inhaftiert und ab Novem­ber 1941 in der Haftanstalt Eger. Am 19. März 1943 wird er vom „Volks­gerichtshof” wegen „Landes­verrats” zum Tode verurteilt. Johann Böhm wird am 20. Mai 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee er­mordet.

Dokumente

Johann Böhm in der Uniform der Tschechoslowakischen Legion, 1918

Privatbesitz

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Johann Böhm vom 11. Januar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-2-3

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Böhm vom 19. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-2-3

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Johann Böhm vom 20. Mai 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-2-3

Sterbeurkunde von Johann Böhm vom 21. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück