Josef Deussen

8. Oktober 1908, Gelsenkirchen – 18. April 1945
Josef Deussen ist nach dem Besuch der Volksschule in einer Munitionsfabrik tätig Er nimmt am Ersten Weltkrieg teil und ist bis 1920 Soldat. Anschließend arbeitet er auf einem Gut und als Transportarbeiter. Wiederholt wird er wegen Eigentumsdelikten zu Haftstrafen verurteilt.
Im Mai 1941 wird Josef Deussen in Elberfeld als „kriegsverwendungsfähig” gemustert. In der Folgezeit wechselt er wiederholt den Aufenthaltsort, ohne sich polizeilich zu melden oder die Wehrdienststellen zu informieren und benutzt teilweise einen falschen Namen.
Am 5. Mai 1944 wird Josef Deussen in Berlin festgenommen. Ihm wird neben Eigentumsdelikten vorgeworfen, sich dem Wehrdienst entzogen zu haben.
Das Sondergericht II bei dem Landgericht Berlin verurteilt Josef Deussen am 5. April 1945 wegen „Zersetzung der Wehrkraft”, Diebstahl und Unterschlagung als „Volksschädling und gefährlichen Gewohnheitsverbrecher” zum Tode.
Josef Deussen wird noch am 18. April 1945 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Josef Deussen

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Absender:
Deußen, Josef
Gefängnis Berlin-Plötzensee, den 12.4.1945.
Aktenzeichen: Sondz II 1 P Kls 18.44. (3955).44.


An
das Sondergericht II
in Berlin NW 40


Endesunterzeichneter wurde am 5.4.45 vom Sondergericht II unter obigem Aktenzeichen zum Tode verurteilt, und zwar wegen Wehrpflichtentziehung, und ein versuchten Diebstahl.
Kann hier noch einmal versichern daß ich die Wehrpflichtentziehungen nicht beabsichtigt habe. und den Diebstahl, in volltrunkenheit versucht haben soll. Was meine vorstrafen angelangt, kann ich angeben daß es alles kleine Strafen sind, die höchste war 18 Monate. Ich bitte meine Todesstrafe in einer lanjährigen Freiheits Strafe, welche in dem heutigen Strafvollzuge ihren ihren Zweck erfüllen wird. Muß erwähnen daß meine Familie, in diesen Krieg schon sehr viele Opfer gebracht hat. Meine Schwester Nellis Deussen verlor bei Stallingrad, ihre beiden Söhne. Sie selber ist jetz in Polen verschollen. Mein Bruder Karl Deussen, fiel am 15 März ein Terroangriff zum Opfer, er war Schwer kriegsbeschädigt. Ich selbst habe 3 Söhne



im Alter Harold 15 Jahre, Karl 19. Jahre, und Heinz 20 Jahre. Karl ist jetz daß 3te Jahr Soldat er dient freiwillig bei der Waffen SS. er wurde in der Normandie, die schon schwer verwundet, war jetz zuletzt auf der Unterführer Schule in Leibach in Kärnten., In Anbetracht daß es meinen Söhnen bei Ausführung der Todes-Strafe fü ihr Leben es sich sehr schwer auswirken wird, welches besonder auf Karl zu trift, bitte ich doch vom Gnadenrecht gebrauch zu machen.
Josef Deussen

Gnadengesuch von Josef Deussen, 12. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18113

Sterbeurkunde von Josef Deussen vom 3. Oktober 1968

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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