Friedrich Deutsch

8. November 1898, Luisenthal/Posen (Szklarka Myślniewska) – 29. April 1942
Friedrich Deutsch arbeitet nach dem Abschluss der Volks­schule in der familieneigenen Land­wirtschaft im Kreis Schildberg. Zwischen Oktober 1915 und Mai 1918 nimmt er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil und erleidet dabei Verwundungen. Als die deutsche Regierung nach dem Krieg die Provinz Posen an das neu gegründete Polen abtreten muss, ist seine Familie gezwungen, ihre Landwirtschaft zu verlassen.
Aus einer ersten Ehe mit Anna Katharina Weyers gehen zunächst drei Kinder hervor. Die Zwillings­schwestern sterben jedoch als Neugeborene, der Sohn verstirbt im Alter von einem Jahr ebenfalls. Danach ist seiner Frau der Aufenthalts­ort von Friedrich Deutsch nicht mehr bekannt und die Ehe wird 1931 geschieden.
Er arbeitet in Westfalen und im Rheinland als Melker und Obst- und Gemüsehändler. 1932 heiratet er Margarete Gerhards, mit der er vier Kinder bekommt. Zwischen 1927 und 1939 verbüßt Friedrich Deutsch mehrere Gefängnis- und Zuchthaus­strafen wegen Einbrüchen, Diebstählen und Urkunden­fälschung. Nach Entlassung aus der Haft geht er 1939 ohne seine Familie nach Berlin.
Im Frühjahr 1940 pachtet Deutsch ein Stück Ackerland in Berlin-Spandau, welches er bewirtschaftet. Der Landwirt eröffnet dort außerdem einen Schweine­handel und hält Geflügel, Schafe und Kühe.
Ab Herbst 1940 beginnt er, die Tiere ohne Erlaubnis zu schlachten, um das Fleisch zu verkaufen. Er wird festgenommen, am 20. Juni 1941 in die Untersuchungs­haftanstalt Berlin-Moabit eingeliefert und am 23. Februar 1942 vom Sonder­gericht I beim Landgericht Berlin wegen „Kriegswirtschaftsverbrechen“ zum Tode verurteilt.
Friedrich Deutsch wird am 29. April 1942 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Friedrich Deutsch

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Friedrich Deutsch vom 29. April 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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