Zbyněk Dienstbier

14. Oktober 1903, Pilsen (Plzeň) – 3. Mai 1943
Zbyněk Dienstbier

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Zbyněk Dienstbier, 1941

Bundesarchiv R 3017/37499

Zbyněk Dienstbier wird am 14. Oktober 1903 in Pilsen geboren und nach der Errichtung des „Protek­torats Böhmen und Mähren” und der damit verbundenen Auf­lösung der Tschechoslowakischen Armee im Frühjahr 1939 als Stabskapitän aus dem Heeresdienst entlassen. Danach leitet er als Aktuarober­se­kretär die für die Aus­stellung von Bürgerlegitimationen zuständige Abteilung bei der Bezirksbehörde in Zlín.
Im Oktober 1940 kommt Dienstbier der Bitte eines Kol­legen nach, für dessen von der Gestapo gesuch­ten Be­kannten einen falschen Ausweis zu erstellen. Zwischen Dezember 1940 und Februar 1941 stellt er weitere ge­fälschte Papiere für Mitglieder des Widerstandsnetzwerks um den Piloten Vladislav Bobák her. Bobák baut für den sowjetischen Geheimdienst eine Spio­nageorganisation in Prag und Brünn auf und lässt durch angeworbene Män­ner und Frauen hauptsächlich die Stärke und Ausrüstung der einzelnen militärischen Einheiten im „Protektorat” auskundschaften.
Zbyněk Dienstbier wird im April 1941 festgenommen, vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” am 27. No­vem­ber 1942 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt und am 3. Mai 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Zbyněk Dienstbier vom 31. Juli 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-468-6

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Zbyněk Dienstbier vom 27. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-468-6

Gnadengesuch von Blanka Dienstbier für ihren Vater Zbyněk Dienstbier vom 18. März 1943

Bundesarchiv R 3017/37499

Gnadengesuch von Anna Dienstbier für ihren Sohn Zbyněk Dienstbier vom 22. März 1943

Bundesarchiv R 3017/37499

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