Herbert Dietrich

4. März 1893, Groß-Kagen/Kreis Meißen – 2. September 1943
Der Sohn einer wohlhabenden Landwirtsfamilie arbeitet nach dem Besuch des Realgymnasiums zunächst im väterlichen Betrieb und leistet anschließend seinen Wehrdienst. Er nimmt am Ersten Weltkrieg teil und kehrt dann zu seinen Eltern zurück, mit denen er sich jedoch überwirft.
In den folgenden Jahren lebt er vor allem von Gelegenheitsarbeiten sowie vom Glücksspiel. Seit 1920 wird er wegen verschiedener Eigentums­delikte aber auch wegen Bettelns und Landstreicherei zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt. 1937 wird Herbert Dietrich auf Antrag seiner Mutter entmündigt.
Durch das Arbeitsamt wird er 1939 nach Berlin zur Arbeit in einem Industriebetrieb vermittelt, im März 1943 wird er jedoch wegen Arbeitsvertragsbruchs zu einer Haftstrafe verurteilt.
Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem jugendlichen Mittäter Reisende bestohlen zu haben. Das Sondergericht VI beim Landgericht Berlin verurteilt Herbert Dietrich am 18. Juni 1943 auf der Grundlage der „Volksschädlingsverordnung” zum Tode.
Er wird am 2. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Herbert Dietrich

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1372

Tenor des Urteils gegen Herbert Dietrich, 28. Juni 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1372

Sterbeurkunde von Herbert Dietrich vom 3. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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