Richard Eggebrecht

1. Juni 1888, Josefsberg/Konitz (Chojnice) – 20. Dezember 1943
Der in Berlin lebende gelernte Kürschner Richard Eggebrecht ist berufs­unfähig und lebt von einer Sozial­rente.
Am 21. November 1943 wird das seiner Wohnung gegen­überliegende Haus bei einem Luftangriff zerstört. Zwei Tage später werden im Flur seines Wohn­hauses mehrere Paar Schuhe gefunden. Nach Auffor­derung des Haus­warts lagert Richard Eggebrecht neun Paar Schuhe in der Waschküche des Hauses, weitere Schuhe nehmen zwei Nach­barinnen an sich. In der folgenden Woche wird Eggebrecht gebeten, die Wasch­küche frei zu machen und bringt die Schuhe daraufhin in seiner Wohnung unter. Dort werden sie bei einer Haus­durch­suchung am 7. Dezember gefunden.
Das Sonder­gericht III beim Land­gericht Berlin verurteilt Richard Eggebrecht am 14. Dezember 1943 auf der Grundlage der „Volks­schädlings­verordnung” wegen Unter­schlagung zum Tode. Seine Nach­barin Margarete Kendler wird wegen „Plünderns” ebenfalls zum Tode verurteilt, jedoch später zu acht Jahren Zuchthaus begnadigt.
Richard Eggebrecht stirbt am 20. Dezember 1943 in der Haft im Strafge­fängnis Plötzensee. Sein Gnaden­gesuch ist am 16. Dezember ablehnt worden.

Dokumente

Gefangenenkarte von Richard Eggebrecht

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil gegen Richard Eggebrecht und Margarete Kendler, 14. Dezember 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2314

Ablehnung eines Gnadenerweises für Richard Eggebrecht vom 16. Dezember 1943

Bundesarchiv R 3001/143386

Mitteilung über den Tod von Richard Eggebrecht, 20. Dezember 1943

Landesarchiv Berlin A Rep 369, Nr. 1370

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