Richard Eggebrecht
Am 21. November 1943 wird das seiner Wohnung gegenüberliegende Haus bei einem Luftangriff zerstört. Zwei Tage später werden im Flur seines Wohnhauses mehrere Paar Schuhe gefunden. Nach Aufforderung des Hauswarts lagert Richard Eggebrecht neun Paar Schuhe in der Waschküche des Hauses, weitere Schuhe nehmen zwei Nachbarinnen an sich. In der folgenden Woche wird Eggebrecht gebeten, die Waschküche frei zu machen und bringt die Schuhe daraufhin in seiner Wohnung unter. Dort werden sie bei einer Hausdurchsuchung am 7. Dezember gefunden.
Das Sondergericht III beim Landgericht Berlin verurteilt Richard Eggebrecht am 14. Dezember 1943 auf der Grundlage der „Volksschädlings­verordnung” wegen Unterschlagung zum Tode. Seine Nachbarin Margarete Kendler wird wegen „Plünderns” ebenfalls zum Tode verurteilt, jedoch später zu acht Jahren Zuchthaus begnadigt.
Richard Eggebrecht stirbt am 20. Dezember 1943 in der Haft im Strafgefängnis Plötzensee. Sein Gnadengesuch ist am 16. Dezember ablehnt worden.
Dokumente
Gefangenenkarte von Richard Eggebrecht
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil gegen Richard Eggebrecht und Margarete Kendler, 14. Dezember 1943
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2314
Ablehnung eines Gnadenerweises für Richard Eggebrecht vom 16. Dezember 1943
Bundesarchiv R 3001/143386
Mitteilung über den Tod von Richard Eggebrecht, 20. Dezember 1943
Landesarchiv Berlin A Rep 369, Nr. 1370













