Willem Ekhart

21. April 1921, Den Haag – 7. September 1943
Willem Ekhart

Passbild von Willem Ekhart, 1942

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1701

Willem Ekhart wird am 21. April 1921 in Den Haag ge­boren, wo er eine Gemeindeschule besucht und später als Verkäufer und Gehilfe in verschiedenen Geschäften arbeitet.
Im Oktober 1940 kommt er als „Zivilarbeiter” nach Berlin und ist unter anderem als Arbeiter für eine Kohlenfirma und als Kassierer beschäftigt.
Ab Sommer 1942 führt Ekhart mit anderen Männern an verschiedenen Berliner Bahnhöfen Koffer­diebstähle durch. Im Oktober 1942 raubt er mit zwei anderen Männern einen Drogeriebesitzer aus. Dafür wird er am 5. August 1943 vom Sondergericht I beim Landgericht Berlin nach der „Volks­schädlingsverordnung” zum Tode verurteilt.
Willem Ekhart wird während der sogenannten Blutnächte am 7. September 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Willem Ekhart

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Willem Ekhart.
Berlin-Plötzensee, den 10 - 8. 1943

In tiefe Reue und Demut bitte ich das Hohe Gericht um genade in diesem sinne, vom Todesurteil abzusehen und mich anstelle derselbe mit eine grosse freiheitsstraffe zu bestraffen.
Ich bin als ahnnungslosser Mensch hierher gekommen und bin in den Sumpf des Berliner Unterweltes hinein geratten. Und habe nicht mehr hinausgefunden. Ich habe vorhier immer fleisig gearbeitet und bin auch soweit ich mich selber beurteilen kann, kein slechter mensch
Als zeuge kann ich Herr Kriminal Kom. Cheske nennen. der uberal bei mein frühere arbeitgeber und bekanten gute zeugnissen erhalten hat. Bezüglich die zeilen auf dem Worterbuch möchte ich folgendes erklären Ich habe
zur zeit viel kriminal romanen gelesen und war sehr nerveus weil ich so ein lebenswandel nicht gewöhnt war. Da kam ich mich selber slechter vor als ich eigentlich war Ich habe dann den alberne blödsinn geschrieben das meiste stimmt überhaupt nicht
1e Ich brauchte keine falsche papieren mein Pas war noch gültig bis 29-10-42.
2e Wurde ich nicht von der Polizei gesucht. Es ist das hohe Gericht bekannt das ich erst nach der fall York von der Polizei gesucht wurde Auch wollte ich nicht solch ein brief abschicken Ich habe in meine acht monaten Untersuchungshaft reiflich zeit zum uberlegen gehabt. Und hatte auch mein Seelisches gleichgewicht wiedergefunden mit Todesstraffe hatte ich nicht gerechnet. Das ich schwer bestraft wurde werden da hatte ich mich langsam mit abgefunden da ich noch jung bin
Ich dachte Ich habe dennoch ein ganzes leben vor mir Ein besseres denn ich werde keine dummheiten mehr machen. Ich bitte das Hohe Gericht demutig um Genade.
In grosse Reue. W Ekhart

Gnadengesuch von Willem Ekhart vom 10. August 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1702/1

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Willem Ekhart vom 7. September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1703

Sterbeurkunde von Willem Ekhart vom 9. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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