Gustav Elfert

4. Januar 1886, Berlin – 26. Januar 1945
Der Friseur Gustav Elfert wohnt mit seiner Frau Emmy, geborene Pietschmann, und den drei gemeinsamen Kindern in Berlin-Mitte. Nach längerer Arbeitslosigkeit zwischen 1928 und 1934 arbeitet er, obwohl nach einem Unfall schwerbehindert, als Fensterreiniger.
Seinen Kindern verbietet Elfert, der vor 1933 der KPD angehört hat, den Dienst in der Hitler Jugend. 1943 kritisiert er gegenüber Hausbewohnern mehrfach die Kriegsführung der Regierung. Ihm wird später vor­geworfen, die „Helden von Stalingrad” diffamiert zu haben. Gegenüber einer Hauswartfrau äußert er sich bei Sammlungen für die Nationalsozialistische Volkswohl­fahrt wiederholt negativ über das NS-Regime. Diese denunziert ihn und er wird am 7. Juli 1944 von der Gestapo festgenommen und in das Gefängnis in der Oranienburger Straße eingeliefert.
Dort kann ihn seine Frau zweimal besuchen: „Ich habe auch bei der Sprechzeit feststellen müssen, dass mein Mann ständig in Handschellen gehalten wurde, da er blutunterlaufene, blaue, dicke und offene Handgelenke hatte.“
Gustav Elfert wird vom 3. Strafsenat des Kammergerichts am 19. Dezember 1944 wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und am 26. Januar 1945 im Strafgefängnis Plötzensee enthauptet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Gustav Elfert

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Todesurteil des Kammergerichts Berlin gegen Gustav Elfert, 19. Dezember 1944

Bundesarchiv R 3018/13290

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