Karel Evald

19. Januar 1896, Prag – 8. September 1943
Karel Evald

Karel Evald im Jahr 1938

Privatbesitz

Karel Evald studiert Rechtswis­senschaften in Prag und übt nach seiner Promo­tion das Richter­amt aus. Zuletzt ist er am Kreis­gericht Tábor tätig. Seit seiner Jugend engagiert er sich in der patriotisch ge­prägten Turner­vereinigung Sokol (Falke) und gehört seit 1939 dem Zentral-Kulturausschuss an.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht wird der Sokol im April 1941 aufgelöst. Wie zahllose andere Falken wird Karel Evald im Sommer sowie am 8. Oktober 1941 auf Befehl des stellvertre­tenden „Reichsprotektors” Reinhard Heydrich festge­nommen und in das Gestapo-Gefängnis Theresienstadt verschleppt. Insgesamt ist er über acht Wochen dort inhaftiert.
Nach seiner Entlassung unterstützt er zwei befreundete Fa­milien inhaftierter Funktionäre mit geliehen­em Geld, das ihnen sein Kollege Josef Hrubeš über­bringt. Ab März 1942 baut er in Tábor eine Ortsgruppe der Nachfolge­organisation Jindra auf, die ebenfalls notleiden­den Angehörigen hilft.
Ende Oktober 1942 erfolgt die erneute Festnahme. Am 27. August 1943 verurteilt der „Volksge­richtshof” ihn wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zusammen mit Josef Hrubeš und Miroslav Posadovský zum Tode.
Karel Evald wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs" gegen Karel Evald und andere vom 27. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-329-15

Bescheid über die Hinrichtung von Karel Evald, 8. September 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-329-13

Sterbeurkunde von Karel Evald vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Karel Evald mit Ehefrau Anděla und den Töchtern Hamila und Dagmar 1935

Privatbesitz

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