František Faic


Erkennungsdienstliche Aufnahme von František Faic, 1940
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-221-3
Im Mai 1939 tritt ein Bekannter, der später ebenfalls in diesem Fall angeklagte Berufsoffizier Jan Kolář, mit der Frage an ihn heran, ob er unauffällig eine größere Anzahl Patronen verstecken kann. Kolář ist für das Kreiskom­mando Pilsen der Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) tätig. Die Organisation tschechoslowakischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Protektorats” gebildet hat, versucht unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen. Zusammen mit anderen An­gehörigen der ON kann er im Herbst 1939 einige der in den Kasernen der aufgelösten tschechoslowakischen Militäreinheiten vorhandenen Waffen- und Munitions­bestände dem Zugriff der Deutschen entziehen.
Faic stellt daraufhin einen leerstehenden Schuppen in der Gemeinde Boskau zur Verfügung, in dem sieben ent­wendete Kisten mit je 1.000 Schuss Munition versteckt werden. Außerdem wird die Halle des Arbeiterturnvereins in Boskau für die Lagerung von ebenfalls entwendeten Konserven- und Lebensmittelvorräten genutzt.
Nach seiner Festnahme am 1. Juli 1940 wird František Faic am 29. Oktober 1942 vom 1. Senat des „Volksge­richtshofs” zusammen mit weiteren Angeklagten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Alle dreizehn zum Tode Verurteilten werden am 23. März 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von František Faic
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen František Faic und weitere Angeklagte vom 29. Oktober 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-220-2
Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen František Faic und weitere Personen vom 23. März 1943
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 41-221-17
Sterbeurkunde von František Faic vom 24. März 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

































