Anton Ferus

14. Mai 1915, Prag – 22. Dezember 1944
Anton Ferus, geboren 1915 als uneheliches Kind einer Arbeiterin in Prag, erlernt nach der Volksschule das Schlosserhandwerk. 1941 kommt er als „Zivilarbeiter” nach Berlin und arbeitet bei einer Firma in Rummelsburg. Er ist verheiratet, seine Frau erwartet ein Kind.
Als er Anfang 1944 durch alliierte Luftangriffe den Groß­teil seiner Habe verliert, schließt er sich einer Gruppe von Landsleuten an, die Einbrüche begeht.
Im Oktober 1944 wird er mit zwei anderen jungen Männern angeklagt, „unter Ausnutzung der Verdunkelung zahlreiche Diebstähle in Geschäften, Villen und Bunkern” verübt zu haben.
Das Sonderge­richt V bei dem Landgericht Berlin verur­teilt Anton Ferus am 23. November 1944 zusammen mit Antonín Švancar wegen „schweren Diebstahls” auf Grund­lage der „Volksschädlingsverordnung” zum Tode. Der Mitange­klagte Stanislav Machal erhält eine dreijäh­rige Zucht­hausstrafe.
Sein Gnadengesuch wird abgelehnt und Anton Ferus am 22. Dezember 1944 in Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Anton Ferus

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteilstenor des Sondergerichts V bei dem Landgericht Berlin gegen Anton Ferus und andere vom 23. November 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3746

Beglaubigte Übersetzung des Ab­schiedsbriefs von Anton Ferus an seine Frau vom 30. November 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3746

Mitteilung über die Hinrichtung von Anton Ferus vom 22. Dezember 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3746/3

Sterbeurkunde von Anton Ferus vom 23. Dezember 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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