Erwin Förster
Am 11. Februar 1944 wird er gemeinsam mit Bernhard Schäfers und Erich Soost sowie weiteren Mittätern und Mittäterinnen angeklagt. Ihnen werden mehrere Tierdiebstähle und illegale Schlachtungen sowie der Handel mit zwangsbewirtschafteten Waren vorgeworfen.
Das Sondergericht IV bei dem Landgericht Berlin verurteilt Förster und Soost am 22. Juli 1944 wegen „Kriegswirtschaftsverbrechens” und Diebstahl zum Tode. Bernhard Schäfers erhält in einem weiteren Verfahren ebenfalls ein Todesurteil.
Erwin Förster wird am 11. August 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Tenor des Todesurteils gegen Erwin Förster, 22. Juli 1944
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berln II, Nr. 13900/7
Gnadengesuch.
Ich bin am 22.7.1944 wegen Kriegswirtschaftsverbrechen vom Sondergericht IV zum Tode verurteilt worden. Ich bereue meine Tat tief. Ich habe diese Tat schon vor meiner Verurteilung tief bereut. Bei der Verübung der Tat war ich mir über die Schwere und Verwerflichkeit derselben nicht im klaren. Ich bitte darauf hinweisen zu dürfen, daß ich noch niemals mit Zuchthaus bestraft bin, sondern nur mit zwei geringfügigen Gefängnisstrafen, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Ich bin doch kein Gewalt- oder Berufsverbrecher. Ich bitte Sie gnädigst, noch einmal von so einer grausamen Strafe abzusehen. Ich habe alles verloren, meine Frau, durch Feindbomben meine ganze Wohnung, meine schöne Arbeitsstelle; laßen Sie mir bitte mein Leben, damit ich durch Arbeit den Schaden, den ich, angerichtet habe, wieder gut machen kann.
Ich bitte um mein Leben, ich bitte um Gnade und Barmherzigkeit.
Erwin Förster.
Gnadengesuch von Erwin Förster, 29. Juli 1944
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berln II, Nr. 3900/4
Anordnung der Vollstreckung des Todesurteils gegen Erwin Förster und Erich Soost, 2. August 1944
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berln II, Nr. 3900/7
Sterbeurkunde von Erwin Förster vom 12. August 1944
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung










