Julius Fučík

23. Februar 1903, Prag – 8. September 1943
Julius Fučík

Aufnahme von Julius Fučík

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Julius Fučík schließt sich 1920 dem linken Flügel der tschechoslowakischen Sozialdemokratie an, aus der 1921 die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KPČ) hervorgeht. Nach seinem Abitur in Prag 1921 beginnt er ein Studium an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität. Zugleich ist er Autor und Redakteur mehrerer Literaturzeitschriften und arbeitet auch als Feuilletonist für die „Rudé právo”, dem kommunistischen Zentral­organ.
Nach dem Münchener Abkommen und der Besetzung der Sudetengebiete wird die Kommunistische Partei auch für den unbesetzten Teil des Landes verboten. In dieser Zeit schreibt Julius Fučík unter Pseudonym für verschie­dene bürgerliche Zeitungen. Vor der deutschen Beset­zung Prags im März 1939 flieht er zunächst nach Nordböh­men, kehrt aber getarnt mit einer falschen Identität bald wieder zurück. Im Februar 1941 wird er in die neue Inlandsleitung der Kommunistischen Partei eingebunden.
Am 24. April 1942 wird Julius Fučík bei einer Razzia von der Gestapo festgenommen. Im Prager Gefängnis Pankrác verschafft ihm der tschechische Vollzugsbeamte Adolf Kolínský Papier, Stift und Gelegenheit zum Schrei­ben. Fučíks Texte schmuggelt er nach draußen und bringt sie in Sicherheit. So entsteht im Frühjahr 1943 Fučíks „Reportage, unter dem Strang geschrieben”, die nach dem Krieg in viele Sprachen übersetzt wird.
Am 25. August 1943 verurteilt der „Volksgerichtshof” ihn un­ter Vorsitz Roland Freislers zusammen mit Jaroslav Klecan wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode.
Julius Fučík wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Julius Fučík

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Julius Fučík und andere vom 25. August 1943

Militärhistorisches Archiv, Prag Deutsche Gerichtsakten 365/46

Sterbeurkunde von Julius Fučík vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

Nachdruck eines Flugblatts von Julius Fučík (Offener Brief an Joseph Goebbels) aus den 1940ern, Ost-Berlin 1948

Bundesarchiv R 3018/387

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