Julius Fučík
Nach dem Münchener Abkommen und der Besetzung der Sudetengebiete wird die Kommunistische Partei auch für den unbesetzten Teil des Landes verboten. In dieser Zeit schreibt Julius Fučík unter Pseudonym für verschiedene bürgerliche Zeitungen. Vor der deutschen Besetzung Prags im März 1939 flieht er zunächst nach Nordböhmen, kehrt aber getarnt mit einer falschen Identität bald wieder zurück. Im Februar 1941 wird er in die neue Inlandsleitung der Kommunistischen Partei eingebunden.
Am 24. April 1942 wird Julius Fučík bei einer Razzia von der Gestapo festgenommen. Im Prager Gefängnis Pankrác verschafft ihm der tschechische Vollzugsbeamte Adolf Kolínský Papier, Stift und Gelegenheit zum Schreiben. Fučíks Texte schmuggelt er nach draußen und bringt sie in Sicherheit. So entsteht im Frühjahr 1943 Fučíks „Reportage, unter dem Strang geschrieben”, die nach dem Krieg in viele Sprachen übersetzt wird.
Am 25. August 1943 verurteilt der „Volksgerichtshof” ihn unter Vorsitz Roland Freislers zusammen mit Jaroslav Klecan wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode.
Julius Fučík wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Julius Fučík
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Julius Fučík und andere vom 25. August 1943
Militärhistorisches Archiv, Prag Deutsche Gerichtsakten 365/46
Sterbeurkunde von Julius Fučík vom 14. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019
Nachdruck eines Flugblatts von Julius Fučík (Offener Brief an Joseph Goebbels) aus den 1940ern, Ost-Berlin 1948
Bundesarchiv R 3018/387

























