Willi Galke
Er leistet Reichsarbeitsdienst und ist seit Februar 1939 im Militär eingesetzt. Ab 1942 verkauft der Schneider Stoffe und Kleidungs­stücke, die er von Kundinnen und Kunden zur Änderung erhalten hat, an Hehler weiter und behält die An­zahlungen der Kundschaft ein.
Das Sondergericht I bei dem Landgericht Berlin verurteilt ihn deshalb am 22. April 1943 als „Volks­schädling“ und „gefährlichen Gewohnheitsverbrecher“ zum Tode. Willi Galke wird am 28. Mai 1943 in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Willi Galke
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 16270
Tenor des Todesurteils gegen Willi Galke, 27. Mai 1943
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 16270
An den
Ober Reichsanwalt in Berlin.
Gnadengesuch
des zum Tode verurteilten Schneidergesellen
Willi Galke.
Ich bin am 22.4.1943 vom Sondergericht V zum Tode, wegen Betrug und Unterschlagung verurteilt worden. Ich bin 7 mal vorbestraft im ganzen 21 Monate Gefängniß nicht mit Zuchthaus. Ich habe nicht gelogen und meine Taten eingestanden. Ich habe Unüberlegt und leichtsinggehandelt und bereue auf richtig meine gemeine handlungsweise und habe auch eine harte Strafe verdient.
Ich bitte ergebenst wenn es möglich mich zum Millitär zu nehmen. Ich bin erst 29 Jahre und wirklich kein Verbrecher. Ich bitte nochmals um auf hebung der Todesstrafe.
Ergebenst.
Willi Galke
Gnadengesuch von Willi Galke, 30. April 1943
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 16268
Mitteilung über die Hinrichtung von Willi Galke, 27. Mai 1943
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 16270
Sterbeurkunde von Willi Galke vom 29. Mai 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung









