Yvonne Gansemans

21. Juni 1922, Marchienne – 9. Mai 1944
Die 19-jährige Yvonne Gansemans kommt im September 1941 als belgische „Zivilarbeiterin“ nach Deutschland und ist bei verschiedenen Firmen beschäftigt. Wegen „Arbeits­verweigerung“ verbüßt sie 1942 eine einmonatige und 1943 eine zweimonatige Gefängnisstrafe.
Von September bis Oktober 1943 soll sich Gansemans an Kellereinbrüchen und dem Diebstahl von Luftschutz­gepäck beteiligt haben. Deswegen verhandelt das Sonder­gericht I bei dem Landgericht Berlin am 28. März 1944 gegen Gansemans und neun weitere Angeklagte. Das Sondergericht I verurteilt sie und sechs andere Personen auf der Grundlage der "Volksschädlings­verordnung" zum Tode.
Nach der Ablehnung ihres Gnadengesuchs wird Yvonne Gansemans am 9. Mai 1944 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gnadengesuch

Hierdurch bitte ich, mir meine Todes-
strafe in eine andere Strafe umzuwan-
deln. Ich habe in meinem Leben noch
niemals gestohlen und habe auch jetzt
nur einen Mantel genommen, weil
ich keinen Mantel hatte. Ich arbeite
seit 3 Jahren in Deutschland; meine
Arbeitgeber sind immer mit mir zu-
frieden gewesen. Ich möchte gerne noch
einmal zu meiner alten Großmutter
zurückkehren, die mich erzogen hat
und sich sehr um mich sorgt.

Gansemans Yvonne

Gnadengesuch von Yvonne Gansemans, 1. April 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 1115

Sterbeurkunde von Yvonne Gansemans vom 11. Mai 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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