Jakob Gapp SM

26. Juli 1897, Wattens – 13. August 1943
Jakob Gapp SM

Jakob Gapp

Marianisten, Regionalleitung Greisinghof, Österreich

Jakob Gapp meldet sich 1915 als Freiwilliger zum öster­reichischen Heer. Im November 1918 gerät er in italienische Kriegs­gefangen­schaft und kehrt nach der Entlassung in seine Heimat zurück. Hier findet er An­schluss an die katholische Glaubens­gemeinschaft Ge­sellschaft Mariä und entschließt sich, Priester zu werden.
Er studiert Theologie im schweize­rischen Freiburg und arbeitet anschließend mehrere Jahre als Erzieher in der Privat­schule der Gesellschaft Mariä in Graz. 1930 wird er zum Priester geweiht. Er arbeitet als Seel­sorger in Lan­zen­kirchen (Bezirk Wiener Neustadt) und lehrt danach bis März 1938 als Religions­professor am Privat­realgymna­sium des Marien­instituts in Graz.
Im März 1938 wird er nach Freistadt/Oberdonau versetzt, weil er sich gegen den „Anschluss” Öster­reichs an Deutschland ausspricht und es ablehnt, in der Schule das Haken­kreuz­abzeichen zu tragen. Gapp kritisiert weiterhin die national­sozialis­tische Politik und muss schließlich im Januar 1939 nach Frank­reich fliehen.
Auch im Ausland klagt er in seinen Predigten die Verfol­gung von Katholiken in Deutschland an, beschafft und verteilt antinational­sozialis­tisches Propa­ganda­material.
Gapp, der zuletzt in Valencia lebt, wird von der Gestapo im November 1942 in das besetzte Frankreich gelockt und festge­nommen. Der 1. Senat des „Volks­gerichts­hofes” verurteilt ihn am 2. Juli 1943 zum Tode. Er wird am 13. August 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet.
Jakob Gapp wird 1996 seligge­sprochen.

Dokumente

Gefangenenkarte von Jakob Gapp SM

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jakob Gapp vom 2. Juli 1943

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Jakob Gapp
Berlin-Plötzensee, den 13. August 1943.
Königsdamm 7
Haus III.


Hochwürdigster, lieber Herr Superior!

Wenige Stunden vor meinem Tode drängt es mich, auch von Ihnen Abschied zu nehmen. Ich bin am 2. Juli, dem Herz Jesufeste, wegen Landesverrat zum Tode verurteilt worden. Heute abds um 7h findet die Hinrichtung statt.
In der Zeit meiner Haft seit 9. Nov. l.J. hatte ich reichlich Zeit, über mein Leben nachzudenken. Aus ganzem Herzen danke ich Ihnen für alles Gute, das Sie mir erwiesen haben, seit dem ich Sie kenne. Ich betrachte mich noch als zur S.U. gehörig; ich erneuere mein Gelübde, und opfere mich

durch die Hände der lieben Himmelmutter dem lieben Gott auf. Verzeihen Sie alles, was ich Ihnen wohl Verdriessliches bereiten konnte! Ich habe wohl Schweres durchgemacht, bin aber jetzt recht glücklich. Ich glaube, ich konnte mich heiligen in dieser schweren Zeit.
Grüssen Sie alle Mitbrüder; ich werde die grüssen, die „drüben“ sind. Alles geht vorüber, nur der Himmel nicht.
Am 2 13. August 1920 habe ich mein Noviziatsjahr, das schönste meines Lebens begonnen. Und heute hoffe ich das glückselige ewige Leben beginnen zu können.
Leben Sie wohl! Beten Sie für mich!
Ich bete für Sie.
Auf Wiedersehen!
In Ill.I. Ihr dankbarer
Ganz ergebener Jakob
R.i.P.

Abschiedsbrief von Jakob Gapp vom 13. August 1943

Bundesarchiv R 3017/10003

Sterbeurkunde von Jakob Gapp vom 14. August 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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