Erwin Gehrts

18. April 1890, Hamburg – 10. Februar 1943
Erwin Gehrts

Erwin Gehrts um 1938

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

1914 meldet sich Erwin Gehrts freiwillig zur Front und dient seit 1916 bei den Flieger­truppen. Geprägt von Oswald Spenglers „preußi­schem Sozialis­mus” und den „konservativen Revolu­tionären” ist er während der Weimarer Republik als Journalist tätig.
Als Chef­redakteur einer Ober­hausener Zeitung schließt er sich dem „Tat-Kreis” an und geht 1932 zur „Täglichen Rund­schau” nach Berlin.
1935 tritt Gehrts, der aus politischen Gründen nicht mehr journalis­tisch arbeiten kann, in das Reichs­luft­fahrt­minis­terium ein. Er wird als Haupt­mann reaktiviert, arbeitet zunächst als Adjutant der Inspektion der Aufklärung und des Luftbild­wesens, avanciert bis zum Oberst der Luft­waffe und wird Gruppen­leiter im Reichs­luftfahrt­ministerium. Gehrts hat Mitte der 1930er Jahre Kontakt zu Ernst Niekisch und steht der Beken­nenden Kirche nahe. Mit dem Angriff auf die Sowjet­union im Juni 1941 verstärkt sich seine kritische Distanz zum NS-Regime. Im Meinungs­austausch mit Harro Schulze-Boysen, den er bereits 1928 kennen­lernt und der ihm Material für Aufsätze und Rund­funk­vorträge zur Verfügung stellt, entwickelt sich ein enges Vertrauens­verhältnis.
Am 10. Oktober 1942 wird Erwin Gehrts festge­nommen und am 10. Januar 1943 in einem Sonder­verfahren vor dem Reichs­kriegs­gericht zum Tode verurteilt und am 10. Februar 1943 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Erwin Gehrts

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Erwin Gehrts vom 11. Februar 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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