Karl Gerlach
Ab seinem elften Lebensjahr begeht er mit seinen älteren Brüdern Diebstähle und wird im Rahmen der Für­sorge­erziehung im Oktober 1932 im „Haus Kinderschutz” in Zehlendorf untergebracht.
Von dort wird er Anfang 1933 in das Erziehungsheim „Grünes Haus” in Tegel verlegt, aus dem er öfter flieht und anschließend Diebstähle begeht.
Zwischen September 1935 bis Oktober 1937 verbüßt er deshalb eine Gefängnisstrafe. Noch in der Haft wird er am 8. Februar 1937 nach der Entscheidung des „Erb­gesundheitsgerichts” in Cottbus zwangssterilisiert.
Mit 19 Jahren scheidet er ab Februar 1938 aus der „Fürsorge­erziehung” aus und ist bis April 1938 als Landhelfer tätig. Anschließend ist er als Arbeiter in einer Tiefbaufirma angestellt, bis er im Juni 1940 ein Fahrrad stiehlt und eine weitere Gefängnisstrafe von sechs Monaten verbüßt.
Karl Gerlach wird im August 1941 erneut wegen Diebstahls festgenommen und vom Sondergericht II bei dem Landgericht Berlin am 5. Mai 1942 als „gefährlicher Gewohnheitsverbrecher” zum Tode verurteilt.
Der 23-jährige wird am 20. Juni 1942 in der Strafanstalt Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Karl Gerlach
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Tenor des Todesurteils gegen Karl Gerlach, 6. Mai 1942
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18634
Strafgefängnis
Karl Gerlach
Aktenzeichen: Sond. II 5 P.K.Ls. 196/41 (339.41)
An das Sondergericht 2.
Hohes Gericht.
Ich wurde am 5. Mai 1942 wegen Einbruchdiebstahl zum Tode verurteilt. Hoher Gerichsrat ich bitte daß die Todesstrafe zu einer hohen Zuchthausstrafe um wandeln zu lassen. Ich bin erst 23 Jahre ich bin doch zu jung da zu. Ich will doch noch beweisen das ich auch noch zu was nütze bin. Hoher Gerichtrat vergessen sie doch bitte die Tat die ein Mensch nicht tuen darf.
Wir sind 7 geschwister 2 sind davon schon verheiratet. Ich habe zu Hauße eine allte Mutter ich möchte ihr doch spärter mal unterstützen. Ich war mir nicht bewust über meine Strafbaren Handlungen ich will doch noch ein anständiger Kerl werden.
Ich bitte doch das Hohe Gericht mir Milderne Umstände zu geben.
Karl Gerlach
Gnadengesuch von Karl Gerlach,
15. Juni 1942
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18636
Mitteilung über die Hinrichtung von Karl Gerlach, 20. Juni 1942
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18634
Sterbeurkunde von Karl Gerlach vom 20. Juni 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung













