Heinrich Girr

1. Februar 1916, Berlin – 21. April 1943
Heinrich Girr

Gestapofoto von Heinrich Girr

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 1124

Heinrich Girr erlernt nach der Schule das Desinfek­tions- und Kammer­jäger­handwerk. Nach dem Tod seines Vaters 1937 macht er die Meister­prüfung, übernimmt den väterlichen Betrieb und ernährt seine Mutter und seine zwei jüngeren Brüder.
Am 9. Dezember 1942 wird Heinrich Girr unter dem Vorwurf fest­genommen, gemeinsam mit französischen und belgischen „Zivil­arbeitern“ Dieb­stähle begangen und das Diebes­gut an Hehler weiter­verkauft zu haben. Seine Mutter Anna, die jüdischer Herkunft ist, und die Brüder Günther und Max werden mit ihm angeklagt, da sie die gestohlenen Waren teilweise an sich genommen haben sollen.
Heinrich Girr wird auf der Grundlage der „Volks­schäd­lings­verordnung” wegen „Ein­bruch­diebstahls” vom Sonder­gericht VII beim Land­gericht Berlin am 20. Februar 1943 zum Tode verurteilt und am 21. April 1943 in Plötzen­see ermordet. Max und Günther Girr erhalten jeweils sechs Monate Gefängnis.
Anna Girr wird am 10. September 1943 in das Konzen­trations- und Vernich­tungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Heinrich Girr

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Heinrich Girr vom 22. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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