Medardo Griotto

16. Februar 1901, Turin – 28. Juli 1943
Medardo Griotto

Medardo Griotto

Publikation Thierry Wolton: Le grand recruitement, Paris 1993

Medardo Griotto erlernt den Beruf des Graveurs. Seit mindestens 1940 gehört er zu den Agenten von Henri Robinson. Der arbeitet ab 1930 für den Nach­richten­dienst der Komintern, welcher später mit dem der Roten Armee verschmilzt.
Robinson wird zum Sektions­­leiter für den Bereich Schweiz, Frankreich und Groß­­britannien, seine Lebens­gefährtin sichert die Verbindung nach Berlin und über die sowjetische Handels­vertretung dort auch bis zum Juni 1941 nach Moskau. Medardo Griottos Fähigkeit, gefälschte Pässe und Stem­pel herzu­stellen, wird von verschiedenen Seiten genutzt. Später wird Griotto Funker für Robinson und ist einer seiner wichtigsten Helfer.
Auch Griottos Frau Anna arbeitet für Robinson. Sie ist als Kurierin für dessen Gruppe in Frankreich tätig und hilft ihrem Ehemann bei der illegalen Arbeit.
Medardo Griotto wird im Dezember 1942 festgenom­men. Untersuchungs­führer und Ankläger ist Ober­st­kriegs­gerichtsrat Manfred Roeder. Er soll die Mitglieder einer losen Verbindung von Menschen unter­schied­­lichster politischer Herkunft und Überzeugung mit dem zu Fahndungs­zwecken erfundenen Namen „Rote Kapelle” verurteilen.
Wegen seiner politischen Betätigung ergeht gegen Medardo Griotto im März 1943 das Todes­urteil. Er wird nach Berlin überstellt und am 28. Juli 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Ermittlungsbericht an den Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei Heinrich Himmler über die „Rote Kapelle” vom 24. Dezember 1942

Bundesarchiv NS 19/2040

Sterbeurkunde von Medardo Griotto vom 29. Juli 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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