Fritz Großpietsch

5. März 1887, Reichenbach (Dzierżoniów) – 5. Oktober 1943
Fritz Großpietsch absolviert nach der Schule eine kaufmännische Lehre und arbeitet in verschiedenen Betrieben in Berlin. 1915 bis 1918 ist er Soldat, ab 1920 in der Stadtverwaltung in Berlin beschäftigt. Zuletzt arbeitet er beim Wohlfahrts- und Jugendamt im Berliner Bezirk Horst Wessel (Friedrichshain).
Mit Kollegen verbreitet er ein Spottgedicht auf Hitler, den Krieg und die NSDAP. Großpietsch wird daraufhin denunziert und am 13. September 1943 gemeinsam mit seinen Kollegen wegen „staatsfeindlicher Betätigung” festgenommen. Als der Berliner Gauleiter Joseph Goebbels von dem Vorfall erfährt, fordert er ein schnelles Todesurteil.
Johann Dombrowski, Fritz Pahnke, Fritz Großpietsch und Dorothea Fonden werden am 2. Oktober 1943 vom Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof” angeklagt. Bereits zwei Tage später werden sie vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” unter dem Vorsitz von Roland Freisler wegen „Wehrkraft­zersetzung” zum Tode verurteilt.
Fritz Großpietsch wird gemeinsam mit Johann Dombrowski, Fritz Pahnke, und Dorothea Fonden nur einen Tag nach dem Todesurteil im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Fritz Großpietsch

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Fritz Großpietsch und andere, 2. Oktober 1943

Bundesarchiv R 3017/34108

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Fritz Großpietsch und andere, 4. Oktober 1943

Bundesarchiv R 3017/5354

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