Johann Gruber

19. März 1903, Korneuburg – 22. Februar 1943
Johann Gruber

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johann Gruber, 1942

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Johann Gruber wird am 19. März 1903 in Korneu­burg geboren. Zwischen 1921 und 1933 ist er Mitglied der Sozial­demokra­tischen Partei Öster­reichs, die 1934 verboten wird.
Bereits 1936 wird er wegen „illegaler marxis­tischer Betätigung” mit vier Wochen Arrest bestraft.
Als Angehöriger der Beleg­schaft der Schiffs­werft in Korneuburg wird der Schlosser­gehilfe im Juni 1941 von einem Kollegen für die verbotene Kommu­nistische Partei Öster­reichs (KPÖ) angeworben. Er leistet einen monat­lichen Mitglieds­beitrag von zwei Reichs­mark und über­nimmt ab Oktober 1941 die Stelle des Kassierers, der bei den anderen Mitgliedern der kommu­nistischen Zelle monatliche Beiträge für die KPÖ einsammelt.
Johann Gruber wird deswegen am 13. August 1942 vor­läufig festge­nommen, am 19. Oktober 1942 angeklagt und vom 1. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” am 24. November 1942 zum Tode verurteilt. Er wird am 22. Februar 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Gruber

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Gruber und weitere Personen vom 19. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/25607

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Gruber und weitere Angeklagte vom 24. November 1942

Bundesarchiv R 3017/25607

Mein lieber Mutterl u Vater u. alle!!!
Forallem recht herzliche Grüsse und
Küsse. Habe Deinen Brief vom 16. II
mit grosser Freude erhalten. Heute von
Handl aber leider schon in der Todes-
zelle. Liebes Mutterl, werde und muss
heute von Dir und alle Abschied nehmen.
An Dich Mütterchen recht viele
Küsse an Vaterchen recht viele Küsse.
Auch Annerl Maria, Karl,
Gretl, (…), Resi, kleine Gretchen, und
Otti, Rudi, jungen Kandl, auch an
Mimmi recht viele Grüsse u. Küsse.
Danke Euch nochmals für alle
Mühe die Ihr für mich getan habt
aber alles umsonst. Es war mir
nicht gegönnt. Ich muss aber doch
von Euch so früh scheiden. Liebes
Mütterchen vergesst mich nicht
und verzeiht mir mir alles was
ich Euch angetan habe. Liebes
Mütterchen sei doch nicht böse
den ich kann nichts dafür.
Alle andern verzeiht mir auch
alles und Danke Euch für alles.
gute was Ihr mir getan habt.
Heute 12 erfuhr ich dass mein
Gnadengesuch
abgelehnt wurde und um 19 30
vollstreckt wird. Nun liebes Mütter-
chen sei nochmal herzlich
gegrüsst und geküsst viele 1000
Küsse von mir. Es sind
leider die letzten Grüsse
und Küsse die ich Dir und
alle andern schicken kann.
Liebes Mütterl die Sachen weist
ja so was damit geschieht.
Nun schliesse ich mit viele
Grüsse und Küssen

Dein dankbarer Sohn
Hansl
Hansl

Abschiedsbrief von Johann Gruber vom 22. Februar 1943

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Bekanntmachung der Vollstreckung der Todesurteile gegen Johann Gruber, Rudolf Alexander, Anton Jordan und Johann Mühl vom 22. Februar 1943

Bundesarchiv R 3017/25614

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