Adolf Gudat

16. Mai 1896, Petereitschen/Kreis Pilkallen – 22. Dezember 1942
Der gelernte Maurer Adolf Gudat nimmt zwischen 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und erhält das Eiserne Kreuz zweiter Klasse.
Gudat siedelt im April 1933 in das ostpreußische Gilgen­burg in der Nähe zur polnischen Grenze über. Sein in Polen lebender Schwager Bruno Thielmann wirbt ihn an, für den polnischen Nachrichtendienst die militärischen Grenzbefestigungen sowie Neubauten von Kasernen auszuspähen.
Gudat und Thielmann werden festgenommen und gemeinsam angeklagt. Gudat wird vorgeworfen, zwischen Mai 1934 und August 1937 als Spion für den polnischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein.
Der 5. Senat des „Volksgerichtshofs“ verurteilt Adolf Gudat am 2. Oktober 1942 wegen „Landesverrats“ zum Tod. Sein Schwager Bruno Thielmann erhält wegen „Beihilfe zum Landesverrat“ eine 15-jährige Zucht­hausstrafe.
Adolf Gudat wird am 22. Dezember 1942 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Adolf Gudat

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Tenor des Urteils gegen Adolf Gudat, 2. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3018/1071

Berlin-Plötzensee, den 7. Oktober 1942.
Gudat Adolf.

Gnadengesuch

durch den Herrn President vom 5ten Senat des
Volksgerichts zur weiterleitung an die Reichskanzlei des Führers in Berlin

Da am zweiten Oktober 1942. wegen meiner strafbahren Handlung dem Staat gegenüber vom 5ten Senat des Volksgerichts zu recht über mich das Todesurteil verhenkt wurde, bitte ich hirdurch Führer und Volk um allerhöchste Gnade.
Ich begründe mein Gnadengesuch dadurch daß ich meine Tat aufs tiefste bereue 2. daß dank der göttlichen Vorsehung Staat und Volk aus Anlaß meiner Handlung keine Gefahren, Schäden oder Nachteile entstanden sind. (Drittens) das ich durch ausnutzung meiner höchst bedrängten Notlage von dem mitbeschuldigten Thilmann dazu verleitet wurde und dan später dazu gepresst wurde. (viertens) daß meine Tätigkeit bei der fremden Macht ein fast 100% Negativ auslöste und mich aus erwähntem Grunde 1937 fallen ließ und im polnischen Gebiet ein Haftbefehl gegen mich erließ. (fünftens) daß ich mich jeden versuch einer weiteren Annäherung und einspannung 1938 grundsätzlich auf jede Gefahr hin Verbeten habe. (sechstens) Meine beiden Söhne haben in diesem großen Kampf für Deutschlands zukunft gestanden und sind jetzt Kriegsinvaliden Ich bitte hirauf etwas Rüksicht zu nehmen und diesen beiden Kämpfern die Schmach nicht anzutun daß ihr / wenden

ihr Vater durch die Hand des Hänkers fallen soll.
Ich gebe hierdurch mein versichrung daß ich mich niemals wieder in derartige Handlungen einlaßen noch tätigen werde. Ich bitte deshalb nochmals inbrünstig Führer und Volk um allerhöchste Gnade.

Adolf Gudat
Strafanstalt Berlin-Plötzensee
Haus 3.

Gnadengesuch von Adolf Gudat, 7. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3018/1071

Protokoll über die Vollstreckung des Todesurteils gegen Adolf Gudat, 22. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3018/1071

Sterbeurkunde von Adolf Gudat vom 23. Dezember 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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