Wilhelm Guddorf

20. Februar 1902, Melle/Belgien – 13. Mai 1943
Wilhelm Guddorf

Wilhelm Guddorf

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Wilhelm Guddorf wächst als ältestes von fünf Kindern in einer katholischen Gelehrten­familie auf. Anstatt Priester zu werden, wie es seine Familie wünscht, studiert er nach dem Krieg Sprachen, Geschichte und Literatur in Münster, Leyden und Paris.
1922 tritt er der KPD bei und arbeitet zunächst als Re­dakteur bei der „Freiheit” und dem „Rhein-Ruhr-Presse­dienst” der KPD. Ab 1926 leitet Guddorf die außen­politische Redaktion der „Roten Fahne”. Er ist von 1930 bis 1942 mit Hilde Morgner verheiratet und hat mit ihr eine Tochter.
Wegen illegaler Verbrei­tung der „Roten Fahne” im März 1934 festge­nommen, wird Guddorf zu einer drei­jährigen Zuchthaus­strafe verurteilt, die er in Luckau verbüßt. Die Gestapo überstellt ihn anschlie­ßend in das KZ Sachsen­hausen.
Nach seiner Entlassung nimmt er 1939 Kontakt zu Freunden aus der Haft in Berlin und zu anderen Hitler-Gegnern aus dem kommu­nistischen Wider­stand auf.
Guddorf ist in einer wissen­schaftlichen Buch­handlung beschäftigt. Dort lernt er Eva-Maria Buch kennen, mit der er in der Folge­zeit befreundet ist und illegal arbeitet. Eine enge Zusammen­arbeit verbindet ihn auch mit Harro Schulze-Boysen. Guddorf ist an der Ausar­beitung von Flug­schriften beteiligt, verfasst Artikel für die illegale „Innere Front” und gehört zu den führenden Köpfen der Roten Kapelle.
Nach der Enttarnung der Gruppe wird Guddorf im Oktober 1942 festge­nommen. Am 15. Februar 1943 wird er vom Reichs­kriegs­gericht zum Tode verur­teilt und am 13. Mai im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Wilhelm Guddorf mit Tochter Isa, Berlin 1932

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Gefangenenkarte von Wilhelm Guddorf

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Wilhelm Guddorf, 14. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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