Otto Hampel
Der Tod von Elise Hampels Bruder, der im Juni 1940 als Soldat in Frankreich getötet wird, erschüttert das Ehepaar tief und lässt sie an der nationalsozialistischen Propaganda von der Notwendigkeit des Krieges zweifeln. Gemeinsam beginnen sie kurz darauf, mit handgeschriebenen Postkarten und Flugzetteln zum Widerstand gegen Hitler und den Krieg aufzurufen. Diese Appelle verteilen sie in Berliner Treppenhäusern und Briefkästen, insgesamt sind es mehr als zweihundert. Ende September 1942 werden sie festgenommen, nachdem die Bewohnerin eines Hauses sie beim Ablegen der Karten beobachtet und bei der Polizei denunziert hat.
Vor der Polizei erklärt Otto Hampel, „glücklich bei dem Gedanken” gewesen zu sein, gegen Hitler und sein Regime protestieren zu können. Otto und Elise Hampel werden am 22. Januar 1943 vom „Volksgerichtshof” wegen „Zersetzung der Wehrkraft” und „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Sie werden am 8. April 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Ihr Schicksal ist die Grundlage für Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein”.
Dokumente
Hochzeitsfoto von Elise und Otto Hampel, 23. Januar 1937
Privatbesitz
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Otto und Elise Hampel, 22. Januar 1943
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Sterbeurkunde von Otto Hampel vom 9. April 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung




















