Otto Hampel

21. Juni 1897, Mühlbock (Ołobok) – 8. April 1943
Otto Hampel

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Otto Hampel

Bundesarchiv R 3018/36

Otto Hampel nimmt als Infanterist am Ersten Welt­krieg teil. Nach Kriegsende arbeitet er zunächst bei der BVG und ab 1923 im Kabelwerk der Firma Siemens-Schuckert in Berlin-Reinicken­dorf als Einrichter. Von 1928 bis 1933 ist er Mitglied des Stahlhelm. 1937 heiratet er Elise Lemme, ihre Ehe bleibt kinderlos. Sie wohnen im Berliner Arbeiter­viertel Wedding und führen ein angepasstes und unauffälliges Leben.
Der Tod von Elise Hampels Bruder, der im Juni 1940 als Soldat in Frankreich getötet wird, erschüttert das Ehepaar tief und lässt sie an der national­sozialistischen Propaganda von der Notwendigkeit des Krieges zweifeln. Gemeinsam beginnen sie kurz darauf, mit handge­schriebenen Postkarten und Flugzetteln zum Wider­stand gegen Hitler und den Krieg aufzurufen. Diese Appelle verteilen sie in Berliner Treppen­häusern und Briefkästen, insgesamt sind es mehr als zweihundert. Ende September 1942 werden sie festge­nommen, nachdem die Bewohnerin eines Hauses sie beim Ablegen der Karten beobachtet und bei der Polizei denunziert hat.
Vor der Polizei erklärt Otto Hampel, „glücklich bei dem Gedanken” gewesen zu sein, gegen Hitler und sein Regime protes­tieren zu können. Otto und Elise Hampel werden am 22. Januar 1943 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Zerset­zung der Wehrkraft” und „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verur­teilt. Sie werden am 8. April 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Ihr Schicksal ist die Grund­lage für Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein”.

Dokumente

Hochzeitsfoto von Elise und Otto Hampel, 23. Januar 1937

Privatbesitz

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Otto und Elise Hampel, 22. Januar 1943

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Sterbeurkunde von Otto Hampel vom 9. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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