Karel Hanzlík

14. August 1920, Schlüsselburg (Lnáře) – 18. April 1945
Karel Hanzlík erlernt nach der Volksschule den Tischler­beruf. Er kommt als „Zivilarbeiter” nach Berlin, arbeitet bei der Klein­möbelfabrik Edwald Schultze in der Urban­straße 64 und lebt im benachbarten Arbei­terlager.
Als am 26. Februar 1945 nach einem alliierten Bomben­angriff ein Haus in der Nähe des Lagers brennt, hel­fen er und sein Arbeitskollege Josef Koc bei Rettungsaktionen. Karel Hanzlík wird von einer Hausbe­wohnerin angeklagt, Her­renkleidung an sich ge­nommen und in der Wohnung von Josef Koc versteckt zu haben.
Am 7. April 1945 verurteilt das Sondergericht IV bei dem Landgericht Berlin Karel Hanzlík aufgrund der zu Kriegs­beginn erlassenen „Volksschädlingsverordnung” wegen „Plünderns” und Josef Koc wegen „Begünsti­gung” zum Tode.
Beide werden am 18. April 1945 in Plötzensee ermor­det. Es sind die letzten Hinrichtungen, bevor das Strafge­fängnis Plötzensee am 25. April 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit wird.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Karel Hanzlík

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Nachfrage von Franz Hanzlík an das Sondergericht Berlin nach dem Verbleib seines Sohns Karel, 3. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

Tenor des Todesurteils des Sonder­gerichts IV beim Landgericht Berlin gegen Karel Hanzlík vom 7. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

Ablehnung der Begnadigung von Karel Hanzlík und Josef Koc durch den Oberstaatsanwalt, 10. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

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