Mildred Harnack
1929 folgt sie ihrem Mann nach Deutschland und erhält 1931 eine Anstellung als Lektorin für amerikanische Literaturgeschichte an der Berliner Universität. 1933 wird sie entlassen und beginnt am Berliner Städtischen Abendgymnasium als Lehrerin für englische Literatur und Literaturgeschichte zu arbeiten.
Ihre Schüler Karl Behrens, Bodo Schlösinger und Wilhelm Utech nehmen an einem Schulungszirkel zu ökonomischen und politischen Themen teil, den Arvid Harnack leitet. Mildred Harnack nutzt ihre guten Beziehungen zur amerikanischen Botschaft. Sie beschafft Reden von Roosevelt und anderen Politikern, Nachrichten über den Spanischen Bürgerkrieg, Kommentare zu Hitlers Politik und andere Informationen, die sie zusammenstellt und an Gleichgesinnte weitergibt.
Sie knüpft Kontakte zu oppositionell oder gegenüber dem NS-Regime kritisch eingestellten Menschen, gewinnt einige für eine aktive Widerstandstätigkeit und unterstützt die illegale Arbeit von Arvid Harnack und der Roten Kapelle. Im November 1941 promoviert sie an der Universität Gießen und wird Lehrbeauftrage an der Berliner Universität. Ein von Arvid Harnack besorgtes Ticket für die Überfahrt in die USA nutzt sie nicht, da sie bei ihrem Mann in Deutschland bleiben will.
Nach der Enttarnung der Roten Kapelle wird Mildred Harnack am 7. September 1942 gemeinsam mit ihrem Mann festgenommen und am 19. Dezember 1942 vom Reichskriegsgericht zu zunächst sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 21. Dezember 1942 hebt Hitler das Urteil jedoch auf und so wird Mildred Harnack am 16. Januar 1943 zum Tode verurteilt und am 16. Februar 1943 in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Feldurteil des Reichskriegsgerichts gegen Schulze-Boysen, Harnack und andere sowie Aufhebung des Urteils von Mildred Harnack, 19. Dezember 1942
Militärhistorisches Archiv, Prag
Gefangenenkarte von Mildred Harnack
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Von Mildred Harnack am Tag ihrer Ermordung in der Haft übersetztes Goethe-Gedicht, 16. Februar 1943
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Auszug aus der Gefangenenakte von Mildred Harnack vom Tag ihrer Ermordung. Sie gibt an, dass sie annimmt, verwitwet zu sein. Vom Tod Arvid Harnacks wird sie nicht unterrichtet, 16. Februar 1943
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Sterbeurkunde von Mildred Harnack vom 17. Februar 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung





































