Franz Hausmann

14. Juli 1889, Friedland (Frýdlant) – 10. September 1943
Franz Hausmann

Haftfoto von Franz Hausmann

Bundesarchiv R 3017/19123

Franz Hausmann ist von Beruf Färber. Er nimmt am Ersten Weltkrieg teil. Seit 1920 ist er gewerkschaftlich organisiert und gehört der sudetendeutschen Sektion der Kommunistischen Partei der Tschecho­slowakei an. Noch 1938 gelangt er als Ersatzmitglied in die Gemeindever­tretung Wildenau.
Hausmann hört die deutschen Nachrichten des Moskauer Rundfunks, schreibt sie auf und verbreitet sie unter Sympathisanten. In Briefen an seinen Sohn, der sich als Wehrmachtsangehöriger an der deutsch-sowjetischen Front befindet, unterrichtet Hausmann ihn über die wahre Kriegslage und fordert ihn zur Desertion zur Roten Armee auf.
Der 6. Senat des „Volksgerichtshofs” verurteilt ihn am 6. August 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindebgünstigung” zum Tode.
Franz Hausmann wird am 10. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Hausmann, 6. August 1943

Bundesarchiv R 3017/3627

Absender:
Franz Hausmann
Aktenzeichen: 7 J 159/43
6 H 125/43

Berlin-Plötzensee, den 10. August 1943
Gefängnis


An Wohlgeb. Herrn Reichsanwalt in Berlin

Sehr Geehrter Herr Reichsanwalt!
Mit viel Kummer Schmerz und Sorgen ergreife ich die Feder um Sie Herrn Reichsanwalt mit blutenden Herzen an zu rufen mögen Sie mir hilfreich und gnädigst beistehen mein schweres Urteil welches mir vom Volksgerichtshof auf erlegt worden ist (Todesstrafe) zu mildern auf schwere Zuchthausstrafe zu umzuwandeln Lieber Herr Reichsanwalt was ich noch mitteilen will ich habe ja schon einen sehr schweren Schlag erlitten in dem ich schon einen Sohn welcher voriges Jahr an der Ostfront gefallen verloren habe (Erwin) Jetzt habe ich noch einen Sohn Franz auch an der Ostfront und macht schon den ganzen Krieg mit er ist schon Stabsgefreiter und ich bin sehr stolz auf ihn deßhalb bitte ich Sie Herr Reichsanwalt vom ganzen Herzen nochmals um Gnade damit ich am Leben bleibe und am Ende meiner Strafe doch wieder meine liebe Frau und den lieben Sohn mit seinen Kinde wiedersehen kann.
Lieber Herr Reichsanwalt ich bitte nochmals herzlich lassen Sie Gnade walten und tuen es meiner lieben Frau und Sohn mit seinem Kinde zu Liebe und ich als Vater kann wieder glücklich mit meiner Frau meinen Sohn und Enkelkind weiter leben. Ich bitte nochmals um Gnade
Franz Hausmann

Gnadengesuch von Franz Hausmann, 10. August 1943

Bundesarchiv R 3017/19123

Sterbeurkunde von Franz Hausmann vom 16. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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