Čeněk Havel

6. Januar 1901, Swratka (Svratka) – 24. Mai 1943
Čeněk Havel

Porträt von Čeněk Havel

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-235-19

Čeněk Havel leitet als Rechnungs­sekretär das Büro der Bezirks­behörde in Deutsch-Brod (Havlíčkův Brod).
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht wird der Leutnant d. R. im Juli 1939 für die Militär­organisation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) geworben, die eine Geheim­armee aufzu­bauen sucht mit dem Ziel, die Tschecho­slowakische Republik wiederherzu­stellen.
Čeněk Havel wirbt mehrere Zivil­personen, darunter Miloslav Sachl, sowie frühere Offiziere für die Mitarbeit in der Organi­sation in Deutsch-Brod. Im August 1939 wird er vom Oberst a. D. Josef Buršík zum „Zivil­chef” für den Bezirk Deutsch-Brod „im Bedarfs­fall” ernannt. Vom 1. bis 10. September in „Schutzhaft”, verstärkt Čeněk Havel in der Folge­zeit seine Bemühungen um den Aufbau der ON im Bezirk bis zu seiner endgültigen Festnahme im Früh­jahr 1940.
Am 3. Februar 1943 verurteilt der „Volks­gerichts­hof” den Vater zweier Kinder zusammen mit Miloslav Sachl wegen „Vorbe­reitung zum Hochverrat und landesverrä­terischer Feindbe­günstigung” zum Tode. Beide Männer werden am 24. Mai 1943 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volks­gerichts­hofs” gegen Čeněk Havel und Miloslav Sachl vom 12. Oktober 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-235-15

Zuchthaus Gollnow Gollnow, den 2. November 1942
Absender: Čeněk Havel z.Zt. Untersuchungshaft

An das Volksgerichtshof, Geschäftsstelle des 1 Senats in Berlin.

Zur Anklageschrift vom 12/X.1942 Nr 12 J 81/42g 1 H 293/42 gegen meine Person erhebe ich in vorgeschriebener Frist den Anspruch, daß zur Hauptverhandlung vorgerufen werden möchten ehem. Bürgermeister der Stadt Stecken Franz Mattl und ehem. Vorsteher der Gemeinde Ebersdorf (auch bei Iglau), welche bezeugen können, daß ich das Recht und Gerechtigkeit der Deutschen verteidigte auch für den Preis des Verlustes meine Popularität und gegen mich geführte persönlicher Angriffe (Punkt B.) der Anklageschrift).

Čeněk Havel
z. Zt. in Untersuchungshaft
in Gollnow
Zuchthaus

Einspruch von Čeněk Havel gegen die Anklageschrift aus dem Zuchthaus Gollnow vom 2. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-235-15

Urteil des „Volks­gerichts­hofs” gegen Čeněk Havel und Miloslav Sachl vom 3. Februar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-235-15

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Čeněk Havel vom 24. Mai 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-235-18

Sterbeurkunde von Čeněk Havel vom 25. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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