Liselotte Herrmann
Mit ihrer Gruppe protestiert sie gegen die Macht­übernahme der Nationalsozialisten und wird deshalb von der Berliner Universität verwiesen. Anschließend arbeitet sie als Kindermädchen.
Nach der Geburt ihres Sohnes Walter kehrt sie 1934 nach Stuttgart zurück und ist im Ingenieurbüro ihres Vaters als Stenotypistin beschäftigt. Sie nimmt Kontakt zu Kommunisten in Stuttgart auf und arbeitet eng mit Stefan Lovasz, dem Leiter der illegalen KPD Württemberg, zusammen. Herrmann führt Schreibarbeiten für die KPD aus und wird als Nachrichtenübermittlerin eingesetzt.
Im Zuge einer Verhaftungswelle der Gestapo wird auch Liselotte Herrmann am 7. Dezember 1935 festge­nommen. Zwei Gestapo-Spitzel haben die Widerstandsaktivitäten der KPD in Stuttgart verraten.
Liselotte Herrmann wird am 12. Juni 1937 gemeinsam mit drei weiteren Stuttgarter Kommunisten vom „Volks­gerichtshof” wegen „Landesverrats und Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Sie wird nach Berlin überstellt und fast ein Jahr im Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert. Die Gnadengesuche, die von ihrer Mutter und ihr selbst gestellt werden, werden abgelehnt. Es wird ihr verwehrt, ihren Sohn noch einmal zu sehen.
Liselotte Herrmann wird am 20. Juni 1938 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Liselotte Herrmann
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil gegen Stefan Lovasz, Alfred Grözinger, Josef Steidle, Artur Göritz und Liselotte Herrmann, 12. Juni 1937
Bundesarchiv R 3017/28896
Gnadengesuch von Liselotte Herrmann vom 26. Juni 1937
Bundesarchiv R 3017/28913
Protokoll der Vollstreckung der Todesurteile gegen Stefan Lovasz, Josef Steidle, Artur Göritz und Liselotte Hermann, 20. Juni 1938
Bundesarchiv R 3017/28896
Bekanntmachung der Hinrichtung von Stefan Lovasz, Josef Steidle, Artur Göritz und Liselotte Herrmann, 20. Juni 1938
Bundesarchiv R 3017/28896





























































