Auguste Hetkamp
Auguste Hetkamp trifft sich auch nach ihrer Haftentlassung mit Gleichgesinnten und ist an der Verbreitung von illegalen religiösen Schriften beteiligt. Während der Kriegsjahre gehört sie einer überaus aktiven Zelle der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung an. Hier entstehen zwischen 1941 und 1943 in Zusammenarbeit mit dem Drucker Julius Engelhard 27 verschiedene Ausgaben des „Wachtturm” sowie weitere Publikationen der Zeugen Jehovas. Von Oberhausen aus werden sie in alle Teile Deutschlands weitergeleitet. Die fast 60-jährige Auguste Hetkamp ist nicht nur an der Herstellung der Publikationen beteiligt, sondern auch für den Kontakt zur Auslandsleitung der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung in den Niederlanden verantwortlich.
Am 30. März 1943 werden bei einer groß angelegten Razzia 85 verbotene Publikationen bei Hetkamp sichergestellt. Sie wird festgenommen und am 2. Juni 1944 vom „Volksgerichtshof” gemeinsam mit sechs weiteren Mitgliedern der Gruppe zum Tode verurteilt.
Auguste Hetkamp und Klara Stoffels werden am 11. August 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet. Die Männer der Gruppe werden in Brandenburg-Görden hingerichtet. Auch die beiden Söhne von Auguste Hetkamp, Wilhelm und Heinrich, sind bereits 1942 und 1943 als Kriegsdienstverweigerer in Brandenburg-Görden ermordet worden.
Dokumente
Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Auguste Hetkamp, Klara und Friedrich Stoffels und sechs weitere Zeugen Jehovas, 26. Februar 1944
Bundesarchiv R 3017/31171
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Auguste Hetkamp, Julius Engelhardt, Klara und Friedrich Stoffels und fünf weitere Zeugen Jehovas, 2. Juni 1944
Bundesarchiv R 3017/31169
































