Felix Heymann

23. November 1917, Berlin – 8. September 1943
Felix Heymann

Felix Heymann

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Nach dem Besuch des Realgymnasiums beginnt Felix Heymann eine Ausbildung zum Feinmechaniker und wird später Eisendreher in einer Zahnradfabrik in Berlin-Kreuzberg.
Felix Heymann, der 1937 bis zu dessen Zwangsauflösung 1938 dem linkszionistischen Jugendbund Habonim angehört, arbeitet seit 1937 in der von Herbert Baum geleiteten Widerstandsgruppe mit. Er organisiert Schulungsabende und verbreitet illegale Druckschriften.
Ende September 1939 wird er bei dem Versuch, über die Grenze nach Dänemark zu fliehen, festgenommen und nach 12 Wochen „Schutzhaft” mit einer Bürgschaft des Palästinaamts entlassen. Nach einer landwirtschaftlichen Umschulung in Jänikendorf und Paderborn kehrt er Ende 1941 nach Berlin zurück.
Nach dem Anschlag auf die NS-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies” im Berliner Lustgarten am 18. Mai 1942 geht Heymann mit gefälschten Papieren in den Untergrund und versucht mit anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe, Beweismittel zu vernichten.
Am 12. Oktober 1942 wird er von der Gestapo fest­genommen. Er unternimmt einen Tag später einen Selbstmordversuch. Am 29. Juni 1943 wird er vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 7. auf den 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Martin Kochmann, Felix Heymann und Herbert Budzislawski, 21. Mai 1943

Bundesarchiv R 3017/32939

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Martin Kochmann, Felix Heymann und Herbert Budzislawski, 29. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/32939

Absender:
Heymann, Felix Israel
Berlin-Plötzensee, den 2. Juli 1943
Gefängnis

Aktenzeichen: 10 J. 328/43g


An den Volksgerichtshof, Gnadenabteilung
in Berlin W. 9. Bellevuestr. 15


Bezugnehmend auf das Urteil vom 29. Juni 1943 vom 2 Senat des Volksgericht, bitte ich, das Todesurteil auf dem Gnadenwege in eine Haftstrafe umwandeln zu wollen.
Ich habe bis zum Jahre 1941 versucht Deutschland auf dem wege der Auswanderung zu verlassen, da alle Versuche fehlschlugen, musste ich in Deutschland bleiben und fand so immer wieder zu dem Herbert Israel Baum zurück, da mein Bekanntenkreis in Berlin sehr begrenzt war. Die mir zur Last gelegten Vergehen habe ich absolut unter dem Einfluss des Baum begangen, ohne dass ich mir der Tragweite der Vergehen bewusst war. Ich bitte weiter zu berücksichtigen, dass ich an keinerlei aktiver Zersetzungsarbeit beteiligt war. Ich bitte, dass diese Umstände bei der Beurteilung meines Falles Berücksichtigung finden. Ebenfalls, dass mein Vater, Max Israel Heymann, aktiver Kriegsteilnehmer des Weltkrieges 1914-1918 war.
Felix Israel Heymann

Gnadengesuch von Felix Heymann,
2. Juli 1943

Bundesarchiv R 3018/1400

Ablehnung des Gnadengesuchs von Felix Heymann, 23. Juli 1943

Bundesarchiv R 3018/1400

Sterbeurkunde von Felix Heymann vom 11. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück