Wilhelm Himmer

30. November 1910, Bludenz – 8. Juli 1942
Wilhelm Himmer wird als unehe­liches Kind am 30. November 1910 in Bludenz (Vorarlberg) geboren und wächst bei seinen väterlichen Groß­eltern in Dornbirn auf. Er beginnt 1927 eine Lehre als Schlosser, findet aber nach seinem Abschluss keine Arbeits­stelle und arbeitet, immer wieder unter­brochen von Phasen der Erwerbs­losigkeit, als Hilfs­arbeiter bei einer Tischlerei. Im Oktober 1938 heiratet er Elsa Herzig und bekommt mit ihr zwei Kinder.
Kurz vor dem „Anschluss” Österreichs an das Deutsche Reich 1938 lernt Himmer in der Schweiz den Leiter der Aktivis­tischen Kampf­organi­sation (AKO) kennen, einer kommunistischen Kampf­organi­sation, die „mit allen tauglichen Mitteln” den National­sozialismus und seine Anhänger bekämpfen will. Er erklärt sich bereit, als Leiter der AKO für Vorarl­berg neue Mitglieder zu werben.
Jedes neu in der AKO aufge­nommene Mitglied erhält ein Aufnahme­schreiben mit Richtlinien aus der Schweiz. Punkt eins dieser Richt­linien lautet: „Jedes Mitglied hat die Pflicht, dem Nazi­regime den grösstmöglichen Scha­den zuzufügen, Gegen­propaganda (Flüster­propa­ganda), Nachrichten­dienst (auch militärischen), Vorbe­reitung von Anschlägen gegen öffentliches Eigentum und nazis­tische Einrichtungen.”
Wilhelm Himmer wird deswegen am 2. Januar 1940 festge­nommen und gemeinsam mit seiner Frau und weiteren Personen vom „Volks­gerichtshof“ ange­klagt. Er wird am 20. März 1942 vom 2. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Landes­verrats in Verbindung mit Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verur­teilt und am 8. Juli 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Wilhelm Himmer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Himmer, seine Frau Elsa und weitere Personen vom 21. Oktober 1941

Bundesarchiv R 3017/333126

Bericht des SS-Sturmbannführers und Regierungsrats Renken vom 25. März 1942, der für den „Volksgerichtshof” in seinem Gutachten für Wilhelm Himmer die Todesstrafe fordert

Bundesarchiv R 3017/33326

Sterbeurkunde von Wilhelm Himmer vom 8. Juli 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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