Vilém Hlinka

29. November 1912, Deutsch-Brod (Havlíčkův Brod) – 8. September 1943
Vilém Hlinka

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Vilém Hlinka, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-14

Vilém Hlinka studiert Medizin und leistet von 1937 bis 1939 seinen Militär­dienst in der Tschechoslo­wakischen Armee, die er als Zugführeranwärter verlässt. Ab April 1939 ist er als Assistenzarzt im Allgemeinen Krankenhaus in Pilsen und ab 1940 in der Inneren Abeilung tätig.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht und Errichtung des „Protektorats Böhmen und Mähren” gewährt er ab Juni 1941 mehreren von der Festnahme durch die Gestapo bedrohten Mitgliedern der tschechischen Widerstandsbewegung unter falschen Namen Aufnahme im Krankenhaus.
Am 11. März 1943 verurteilt der „Volksgerichts­hof” ihn deshalb zu­sammen mit dem Oberarzt František Šimer und Karel Hradecký zu langjährigen Zuchthausstrafen. Nach einem im Juli 1943 erfolgten außerordentlichen Ein­spruch des „Oberreichsanwalts des Volksgerichts­hofs” werden die Mediziner am 4. August 1943 unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt.
Die drei Internisten wer­den in der Nacht zum 8. Sep­tember 1943 wäh­rend der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermor­det.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksge­richtshofs” gegen František Šimer und andere aus dem Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-19

Zweites Urteil des „Volksge­richtshofs” gegen František Šimer und andere vom 4. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-10

Gnadengesuch von Zdeňka Hlinková für ihren Ehemann Vilém Hlinka vom 5. September 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-14

Sterbeurkunde von Vilém Hlinka vom 15. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

zurück