Emma Hölterhoff
Nach einem Bombenangriff auf Homberg im Juli 1941 wird sie nach Erkheim evakuiert. Sie legt im Januar 1943 dem bei der Wehrmacht dienenden Sohn der Familie, bei der sie zwischenzeitlich unter­gebracht ist, eine Fahnenflucht nahe.
Emma Hölterhoff wird am 6. Juni vom Oberlandes­gericht München wegen „wehrkraft­zersetzender Äußerungen” sowie eines gegen sie schwebenden Verfahrens wegen „verbotenen Umgangs” mit Kriegs­gefangenen zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Der Ober­reichs­anwalt beim „Volksgerichtshof” legt am 12. Oktober 1944 Einspruch gegen dieses Urteil ein.
Am 8. November 1944 wird Emma Hölterhoff vom „Volksgerichtshof“ wegen „Wehrkraftzer­setzung“ zum Tode verurteilt und einen Monat später im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Haftbefehl für Emma Hölterhoff vom 20. Oktober 1944
Bundesarchiv R 3018/15759
Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Emma Hölterhoff vom 8. November 1944
Bundesarchiv R 3018/15759
Emma Hölterhoff Barnimstraße 10
geb. Maaß
B.S. 99/44
Gnadengesuch
An den Herrn Oberreichsanwalt b. d. Volksgerichtshof.
Ich bin am 8. November 1944 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt worden,
nachdem ich am 6. Juni 1944 zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war.
Ich bereue meine Tat aus tiefstem Herzen und versichere, das ich immer eine gute Nationalsozialistin war, und auch eine gute Deutsche. Aus reiner Dummheit hab ich die mir zur Last gelegten Redensarten gemacht und bin mir über die Tragweite der Worte garnicht klar gewesen. Ich bin Mutter von 4 Kindern, die Älteste ist 17 Jahre, die Jüngste 6 Jahre. Alle brauchen sie die Mutter noch sehr nötig, und ich bitte dem Herrn Reichsanwalt aus tiefstem Herzen den Kindern nicht die Mutter auf diese Weise zu
nehmen, sondern die Todesstrafe in eine Freiheitsstrafe umwandeln zu wollen. Mein Mann ist seit 4 ½ Jahren Soldat und tut seine Pflicht für Deutschland. Ich selber bin seit 1934 in der N.S.V. und habe meine Kinder im Sinne unseres Führers erzogen, ich habe bei mir auch Bombengeschädigte aufgenommen und habe überall geholfen wo ich konnte. Als ich selber bombengeschädigt wurde, lies ich mich evakuiren und habe dadurch die Nerven verloren, u. lies mich zu den Äuserungen hinreisen. Ich bitte den Herrn Oberreichsanwalt um Gnade, denn ich bereue aufrichtig und möchte zeigen, das ich es tue, bitte geben Sie mir dazu Gelegenheit und verurteilen Sie mich zu einer Freiheitsstrafe.
Emma Hölterhoff
geb. Maaß
Gnadengesuch von Emma Hölterhoff vom 12. November 1944
Bundesarchiv R 3018/15759
Ablehnung eines Gnadenerweises für Emma Hölterhoff vom 27. November 1944
Bundesarchiv R 3018/15759
Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Emma Hölterhoff vom 8. Dezember 1944
Bundesarchiv R 3018/15759












