Jiří Holý

29. Juni 1896, Senomat (Senomaty) – 8. September 1943
Jiří Holý

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Jiří Holý, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-13

Jiří Holý kommt am 29. Juni 1896 als Sohn eines Land­wirts in Senomat (Senomaty) zur Welt und über­nimmt später das Gut seines Vaters. Seit seiner Jugend gehört er der patrio­tisch ge­prägten Turnerver­einigung Sokol an. 1917 wird er zum Militär eingezogen, jedoch als Landwirt bald wieder ent­lassen. 1919 wird er Mitglied der Agrar­partei. Er ist ver­heiratet und Vater zweier Kinder.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht und Errichtung des „Protektorats Böh­men und Mähren” schließt er sich dem Widerstand gegen das NS-Besatzungsregime an. Er unter­stützt nach dem Ver­bot des Sokol im Oktober 1941 Angehörige von inhaf­tierten Funktionären mit Geld und Lebens­mittelkarten.
Anfang Novem­ber 1942 wird Jiří Holý im Zuge der Terrorwelle nach dem am 27. Mai 1942 erfolgten Atten­tats auf den stellvertretenden „Reichs­protektor von Böh­men und Mähren” Reinhard Heydrich festgenommen. Am 5. August 1943 wird er zusammen mit Gustav Andres und sechs weiteren An­geklagten vom „Volksgerichts­hof” we­gen „Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt.
Alle acht Männer werden in den frühen Morgenstunden des 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee er­mordet.

Dokumente

Organigramm des Kreiskommandos IV der Sokol-Organisation in Böhmen, Ende 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Gustav Andres und andere vom 5. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Sterbeurkunde von Jiří Holý vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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