Richard Hüttig

18. März 1908, Bottendorf/Kreis Querfurt – 14. Juni 1934
Richard Hüttig

Richard Hüttig

Bezirksamt Charlottenburg VA 4

Richard Hüttig ist bereits mit 18 Jahren Jugendfunktionär im Roten Frontkämpferbund (RFB) im Bereich Char­lottenburg der Gauführung Berlin-Bran­denburg. Nach dem RFB-Verbot 1929 übernimmt er im neu gegründeten „Kampfbund gegen den Faschismus” eine Häuser­schutz­staffel in seinem Wohn­gebiet, dem „Kleinen Wedding” in Berlin-Charlottenburg.
Während einer Auseinander­setzung zwischen Ange­hörigen der Häuser­schutz­staffel und SA-Männern wird am 17. Februar 1933 der SA-Führer Kurt von der Ahé durch einen Schuss schwer verletzt, an dessen Folgen er kurz darauf stirbt. Nach Richard Hüttig wird gefahndet, er verlässt Berlin und taucht in seinem Heimatort unter. Er kehrt aber bald nach Berlin zurück und bemüht sich, die durch zahlreiche Fest­nahmen dezimierten Häuser­schutz­staffeln zu reorga­nisieren. Richard Hüttig wird jedoch am 14. September 1933 festgenommen.
Am 1. Februar 1934 beginnt der Prozess gegen Mitglieder der Häuser­schutz­staffel vor dem Sonder­gericht beim Landgericht Berlin. Viele der 16 Angeklagten sind zuvor im Gestapo-Gefängnis Co­lumbia-Haus schwe­r miss­handelt worden. Obwohl nicht bewiesen werden kann, dass Hüttig auf von der Ahé geschossen hat, wird er am 16. Februar 1934 „wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchten Mordes” zum Tode verurteilt.
Am 14. Juni 1934 wird Richard Hüttig als erster politischer Häftling mit dem Handbeil im Hof des Strafgefäng­nisses Plötzensee ermordet.
Der Weg vor der heutigen Gedenkstätte wird 1950 nach ihm benannt.

Dokumente

Gefangenenkarte von Richard Hüttig

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift gegen Richard Hüttig und 17 weitere Angeklagte, 18. Januar 1934

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 4148

Vorbereitung der Hinrichtungen von Otto Woithe, Willi Rochow und Richard Hüttig, 12. Juni 1934

Landesarchiv Berlin C Rep 375-01-11, Nr. 5313 A 01

Sterbeurkunde von Richhard Hüttig vom 14. Juni 1934

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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