Willi Itau

5. Februar 1919, Nowawes – 29. August 1941
Willi Itau stammt aus einer Artisten­familie, sein Vater ist Schau­steller. Nach dem Tod seiner Mutter wächst er zunächst bei seiner Groß­mutter und dann bei seinem Vater in Berlin-Neu­kölln auf und besucht die Volksschule. Wegen Bezie­hungen zu Männern wird er 1936 vier Monate in einem Konzentrationslager fest­gehalten.
Im gleichen Jahr kommt er in eine Fürsorge­einrich­tung. Er erlernt den Beruf des Melkers und arbeitet an einem Hof in der Ucker­mark. 1939 verurteilt das Amts­gericht Berlin Willi Itau zu einer weiteren Jugend­strafe, die er bis Früh­jahr 1940 im Jugend­gefängnis Naugard verbüßt.
Im April 1940 soll Willi Itau in Berlin eine schwere Körper­verletzung begangen haben, die er nicht bestreitet, jedoch den Tatvor­gang vor Gericht anders schildert. Ihm wird jedoch nicht geglaubt.
Am 24. Juli 1940 wird Willi Itau in das Konzen­trations­lager Ham­burg-Neuen­gamme verschleppt und in „Schutzhaft“ gehalten. Am 2. Juli 1941 verurteilt das Sonder­gericht III beim Land­gericht Berlin ihn wegen „Verbrechens nach § 2 der Volks­schädlings­verord­nung vom 5. September 1939 in einem besonders schweren Fall in Verbin­dung mit gefähr­licher Körper­verletzung“ zum Tode. Er wird am 29. August 1941 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Willi Itau

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Brief des Rechtsanwalts von Willi Itau an das Sondergericht beim Landgericht Berlin vom 27. Juni 1941

Landesarchiv Berlin Rep. 12 C Berlin II, Nr. 575

Urteilstenor des Sondergerichts III bei dem Landgericht Berlin gegen Willi Itau vom 2. Juli 1941

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 575

Sterbeurkunde von Willi Itau vom 29. August 1941

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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