Emil von Jablonowski

11. April 1887, Wolla/Kreis Neidenburg (Kozłowo) – 9. September 1943
Emil von Jablonowski

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Emil von Jablonowski, 1940

Bundesarchiv R 3017/49528

Emil von Jablonowski lebt mit seiner Familie in Bialutten (Białuty), das seit 1918 zum polnischen Staat gehört. Der Vater von sechs Kindern wird unter dem Vorwurf der Spionage für den polnischen Geheimdienst am 22. Juli 1943 vom 4. Senat des „Volksgerichtshofs” wegen Landesverrats zum Tode verurteilt.
Er wird am 9. September 1943 im Rahmen der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Emil von Jablonowski

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Tenor des Todesurteils gegen Emil von Jablonowski vom 22. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/49528

An
die Reichskanzlei des Führers
in Berlin


Ich Emil v. Jablonowski geb. am 11. April 1887 wurde am 22. Juli 1943. vom 4 Senat des Volksgerichts wegen Landesverrat zu gunsten Polen zum Tode verurteilt, bin bis jetzt noch unbestraft gewesen bin Familienvater von 6 Kinder die noch unversorgt sind im alter 9- bis 20 Jahre die nur eine Stiefmutter haben, bitte daher den Herrn Führer um Gnade und milderung der Strafe, ich habe die Straftat nur aus zwang begangen und unter Drohung der Polnischen Beamten.
Ich habe mich im Jahre 1922 mit W. Smolinski aus Bialutten Kreis Soldau (Polen) verheiratet. ihr Vater hatte dort eine Gastwirtschaft sie aber ihr Vermögen in Deutschland und wollten uns in Deutschland was kaufen, da aber die Schuldner nicht zahlen brauchten und das Geld entwertet wurde, meine Eltern, da wir 7 Geschwister waren mir auch nichts geben konnten, arbeit konnte ich auch nicht bekommen so war ich gezwungen meinem Schwigervater in Polen in der Gastwirtschaft zu helfen und meine Frau ist bei ihren Eltern geblieben



bis uns der Schwiegervater die Gastwirtschaft übergeben da er schon sehr kränklich war und nicht mehr selber wirtschaften konnte im Jahre 1926, wo er auch bald gestorben ist, da ich deutscher Volksangehöriger war konnte ich selber das Geschäft nicht führen und habe verpachtet, die Pacht hat aber kaum gelangt für Steuern die in Polen sehr hoch waren, ich habe dan in Deutschland auf Mühlenbau gearbeitet und bei die Bauern Motore und Maschienen repariert da es eben wenig arbeit gab befand ich mich in schlechter wirtschaftslage sehr oft müßten mich Mutter und Geschwister aushelfen.
Im Jahre 1935 ist meine Frau gestorben da ich kleine Kinder hatte habe ich mich 1936 wieder verheiratet, habe mich bemüht das Grundstück zu verkaufen und in Deutschland was anzufangen was mir aber nicht gelungen ist, die Polen haben durch meine schlechte wirtschaftslage grenzübertritt und schikane grenzübertrittverbot und Drohung mich für ihre Arbeit genommen, habe mich aber nur dem Druck gefügt und durch wenig wichtige eingaben teils falsche, ihre ansprüche befriedigt. auch wurde ich von den Polen in den Jahren 1925 bis 1937 wegen Statsfeindlichen äußerungen 3 mal bestraft das letzte mal mit 7 Monate Gefängnis.
Bitte daher das ich nur aus not gehandelt habe meiner zahlreichen Familie und bis jetzt unbestraft mich zu begnadigen.
Emil v. Jablonowski

Gnadengesuch von Emil von Jablonowski vom 31. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/49528

Mitteilung über die Hinrichtung von Hinrichtung von Emil von Jablonowski, 9. September 1943

Bundesarchiv R 3017/49528

Sterbeurkunde von Emil von Jablonowski vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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